Lukas Podolski in Japan
„Wir wollen Poldis linken Hammer sehen“

Von Galatasaray nach Vissel Kobe: Weltmeister Lukas Podolski soll den mittelmäßigen Verein an die Spitze der japanischen Liga schießen. Ob das klappt? Egal, die Fans hat er schon auf seiner Seite, vor allem die Frauen.
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KobeLukas Podolski beginnt den lukrativsten Teil seiner Laufbahn mit einem kühlen Empfang. Das Propeller-Flugzeug, das ihn zu seinem neuen Fußballklub in der japanischen Hafenstadt Kobe fliegt, fährt unter einem großen Wasserbogen durch, den zwei Feuerwehren in den Himmel spritzen. Doch kaum öffnet sich die Tür des kleinen Fliegers, schlägt ihm die heiße Liebe von hunderten Fans entgegen.

Seit Stunden haben sie in der schwülen Sommerhitze auf ihren neuen Helden gewartet: „Poldi, Poldi!“, rufen die Fans von Vissel Kobe, einem Fußballverein, der derzeit im Mittelfeld der japanischen Liga kickt. Und Podolski nimmt sich Zeit für sie - eine Baseballmütze auf dem Kopf, die vorne von seinem Spitznamen auf japanisch geziert wird und hinten von einer japanischen Flagge.

Langsam schreitet er das Fan-Spalier ab, gibt Autogramme, macht Selfies mit Fans rechts und links. Die Herzen der neuen Anhänger hat er erobert, als er kleine Kinder auf den Arm nimmt und knuddelt. „Ach, ist der süß“, sagt eine Frau. Auch Poldi scheint eingenommen zu sein von der freundlichen Begrüßung und wird gleich mutig.

Er bricht er mit dem Protokoll, weil er kurzerhand die Metallgitter abräumt, um näher an den Fans zu sein. Das sorgt für Hektik bei den Ordnern. Nein, nein, das geht nicht, rufen die verzweifelt. Doch da ist es schon geschehen. Die Fans scharen sich hinter Podolski, der in Siegerpose mit Daumen nach oben für die japanischen Reporter posiert.

Welcome Poldi! Willkommen in Japan, wo auch beim Jubeln wert auf Ordnung gelegt wird. „Ein guter Empfang“, sagt der 32-jährige zufrieden zu den Reportern auf dem Rollfeld. Zweieinhalb Jahre soll er hier laut Vertrag in der japanischen Millionenstadt Kobe verbringen. Und dies bei einem Verein, den bisher im Ausland kaum jemand kennt.

Vissel Kobe war lange ein Fahrstuhlmannschaft der Liga und liegt in der ersten Hälfte der laufenden Spielzeit auf dem elften Platz (in Japan entspricht die Saison dem Kalenderjahr). Dafür ist der Eigener umso berühmter. Der japanische Milliardär Hiroshi „Mickey“ Mikitani ist mit seinem Online-Händler Rakuten in Japan größer als Amazon. Und er hegt für seine Firma und den Klub große Pläne.

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