Marketing in Golfstaaten
Reals Kampf mit dem Kreuz

Real Madrid ist eine der bekanntesten Sportmarken. Das macht die Trikots der Madrilenen auch in Arabien zu Verkaufsschlagern. Doch der Erfolg kostet – das christliche Kreuz im Vereinswappen zum Beispiel.
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BerlinDas Kreuz auf der Krone ist das Markenzeichen im Wappen von Real Madrid – doch nun opfern die Königlichen das christliche Symbol für Umsätze in den Golf-Staaten. Der spanische Rekordmeister, der erfolgreichste Verein Europas, ist mittlerweile ziemlich abhängig von der arabischen Welt: Die größte interkontinentale Fluglinie aus Dubai, Emirates, ist mit leistungsabhängig zwischen 25 und 30 Millionen Euro pro Saison Trikotsponsor.

Abu Dhabis Staatsfonds IPIC ist Hauptsponsor und „strategischer Partner für die Kapitalentwicklung“, wie es auf der Homepage der Madrilenen heißt. Real-Fußballschulen rund um den Globus und die Modernisierung des legendären Bernabeu-Stadions sollen mit Hilfe der tiefen Taschen der Scheichs zustande kommen. Nun folgt noch ein lukrativer Exklusiv-Marketingvertrag für den Vertrieb von T-Shirts und Souvenirs des Klubs in arabischen Staaten.

Dubais börsennotierter Einzelhandels- und Hospitality-Konzern Marka Holding hat diese Woche nach Angaben ihres Vize-Chairmans Khaled al-Mheiri mit dem reichsten Fußballklub der Welt einen Deal gemacht, der die Produktion und den Exklusivvertrieb von Real Madrid-Produkten in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Oman und Bahrain umfasst. Der Preis dafür: Auf den Artikeln wird beim Verkauf in den moslemischen Staaten das Kreuz auf der spanischen Königskrone im Real-Vereinswappen gestrichen – „wegen kultureller Sensitivität“, wie es heißt. Nur bei Original-Trikots darf das christliche Kreuz weiter auf der Brust prangen. Marka betreibt 53 Läden, Cafés und Marken-Outlets in der Region.

Das von Zinedine Zidane trainierte Team um Cristiano Ronaldo, Toni Kroos und Gareth Bale, von denen Portraits der Stars auf Airbus A380-Maschinen von Emirates um die Welt fliegen, wollte sich zu dem Kreuz-Streit nicht äußern. Schon Ende 2014 opferte Real Madrid das Kreuz im Logo bei Kreditkarten der National Bank of Abu Dhabi – einem weiteren Partner der umsatzstärksten Kicker der Welt. Die Vereinigten Arabischen Emirate, deren Hauptemirat Abu Dhabi ist, tragen auch dieses und nächstes Jahr den Fifa Club World Cup aus – sollte Real wie 2016 beim Sieg im japanischen Yokohama wieder im Finale stehen – dann mit Kreuz auf der Brust, nur eben nicht auf den T-Shirts der Fans vor Ort.

Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent

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  • "Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
    Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter MH"

    Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
    um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

    Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

    Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

    Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
    Danke

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