Millionen-Trost für BVB
Kagawa nach Pokal-Gala vor dem Absprung

Heute feiert Borussia Dortmund das Double, ab Montag muss der BVB wieder kämpfen. Diesmal nicht die Spieler, sondern das Management: Bei Spielmacher Shinji Kagawa stehen die Zeichen auf Abschied.
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Berlin/DortmundOb er auf dem Weg hinauf auf das Podest wohl eine Zehntelsekunde in Richtung VIP-Tribüne geschaut hat? Shinji Kagawa wird gewusst haben, dass Sir Alex Ferguson beim Pokalfinale auf der Tribüne saß, um vor allem ihn zu sehen. Der Trainer von Manchester United soll sehr daran interessiert sein, den jungen Japaner auf die Insel zu holen.

In kaum einem anderen Land ist Höflichkeit wichtiger als in Japan. Und entsprechend ist es für Kagawa eine Ehre, dass der erfolgreichste Trainer der Welt extra nach Deutschland reist, um sich einen 23-Jährigen anzuschauen. Aber es war ja auch ein besonderer Anlass: Ferguson braucht Spieler, die sich gerade in den ganz großen Spielen zeigen. Und das Pokalfinale gegen die Bayern war ein großes Spiel.

Was Kagawa gezeigt hat, dürfte Ferguson in seiner Einschätzung mehr als bestätigt haben. Der Spielmacher schoss nicht nur das 1:0 – das war die leichteste Übung. Er war extrem gedankenschnell, technisch brillant und überaus effektiv. Und vor allem traf der 23-Jährige fast immer die richtige Entscheidung. So einen Instinkt-Fußballer kann Manchester United sehr gut gebrauchen. Zudem hat der Vorzeigeclub beste Erfahrungen mit Asiaten gemacht.

Kagawas Vertrag in Dortmund läuft noch bis 2013. Ihm liegt bei den Westfalen ein Angebot für eine Vertragsverlängerung für weitere drei Jahre vor. Doch bisher warten die Borussen vergeblich auf ein positives Zeichen und planen bereits zweigleisig.

Für Borussia Dortmund wäre ein Weggang Kagawas gleich in doppelter Hinsicht ein Verlust: Zum einen ist er in Japan ein Superstar und mit seinem Stern stieg auch die Bekanntheit des BVB im Land der aufgehenden Sonne, wovon die gesamte Bundesliga profitierte.

Aber vor allem würde Kagawa – übrigens wissen Stadionsprecher Norbert Dickel und so ziemlich jeder Fan, dass dies sein Vor- und Shinji der Nachname ist – dem deutschen Meister natürlich als Fußballer fehlen. Wer jetzt unkt, dass der Weggang des Japaners dem BVB so schmerzen würde, dass der Club dem FC Bayern nicht mehr gewachsen wäre, der übertreibt, und zwar aus vier Gründen.

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Kagawa nach Pokal-Gala vor dem Absprung

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Ein Trio könnte Kagawas Wechsel kompensieren

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  • Ich bin auch der Meinung, dass Kagawa mehr als 15 Mio. wert ist. Wenn BVB ihm ein besseres Angebot macht, er es akzeptiert und noch 2 Jahre in der Bundesliga bleibt, wird er zu einer festen Größe reifen und wahrscheinlich noch teurer sein.

  • mein gott. vielleicht sollte einfach der fcb den kagawa vom bvb loseisen. dann haben die endlich einen super-japaner und der bvb bekommt dafür usami;-)
    ich denke, kagawa geht. der spricht lieber englisch statt deutsch und manu hat ja schon einen guten asiaten in der mannschaft, also gibts sicher auch mindestens einen kumpel, mit dem er privat was machen kann. single ist er auch, also ganz ungebunden. 15 mio. für den bvb bei einem kaufpreis, der nun das vielfache hergibt. lieber jetzt als später die chance verpassen, wenn kagawa mal nicht mehr so doll spielt. jeder spieler hat mal nen saisonhänger.

  • Hervorragender Artikel. In einem Punkt eine kleine Korrektur:

    "übrigens wissen Stadionsprecher Norbert Dickel und so ziemlich jeder Fan, dass dies sein Vor- und Shinji der Nachname ist"

    Das stimmt nicht. Kagawa ist der Familienname und Shinji der Vorname. Wenn der Stadionsprecher "Kagawa Shinji" sagt, dann folgt er damit einfach der ostasiatischen Namensordnung, wo der Nachname zuerst kommt (siehe Wikipedia, Art. "Japanischer Name") - so wie man auch Mao Zedong sagt, obwohl Mao der Nachname ist. Oder in Bayern "der Huber Franz".

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