Nach Elfmeterschießen
Bayern gewinnt irre Pokalschlacht in Gladbach

Der FC Bayern folgt seinem großen Konkurrenten Borussia Dortmund ins DFB-Pokalfinale. Die Münchener benötigten bei Borussia Mönchengladbach allerdings das Elfmeterschießen - und die Hilfe eines mutmaßlichen Neuzugangs.
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MönchengladbachDer deutsche Fußball hat sein Traumfinale im DFB-Pokal: Nach Borussia Dortmund reist auch Bayern München nach Berlin. Der Rekordmeister siegte bei Borussia Mönchengladbach in einem tollen Halbfinale mit 4:2 nach Elfmeterschießen. Ausgerechnet der schon länger als Bayern-Neuzugang diskutierte Dante und Havard Nordtveit verschossen die entscheidenden Strafstöße.

„Ich freue mich wahnsinnig, dass Manuel Neuer den entscheidenden Elfmeter gehalten hat“, sagte Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger erleichtert. Bei den Gladbachern gab es dagegen nach einem großen Pokal-Fight lange Gesichter. „Es ist schwer zu akzeptieren, aber so ist Fußball eben. Wir können es nicht ändern und müssen jetzt nach vorne schauen“, meinte Gladbach-Coach Favre. „Schade, dass wir es nicht geschafft haben. Jetzt müssen wir uns voll auf die Liga konzentrieren“, betonte Borussia-Kapitän Filip Daems, der ebenso wir Patrick Herrmann vom Elfmeterpunkt erfolgreich war.

Personell konnte Borussen-Trainer Lucien Favre aus dem Vollen schöpfen, denn ihm stand auch wieder Patrick Herrmann zur Verfügung. Sein Schlüsselbeinbruch sei hinreichend auskuriert und er fühlte sich im Training sicher genug – auch beim Hinfallen. Für einen Einsatz von Beginn reichte es dann aber doch noch nicht, so dass auf der rechten Seite Oscar Wendt begann.

Bei den Bayern fehlte in Bastian Schweinsteiger ein wichtiger Akteur. Der Rekordmeister reiste dennoch mit breiter Brust an, schließlich gab es zuletzt drei hohe Siege mit insgesamt 20:1 Toren. Doch Hertha BSC Berlin, Hoffenheim und Basel hatten nicht das Format von Borussia Mönchengladbach.

Und das war von Beginn an spürbar. Die Gäste begannen begannen bei weitem nicht so stürmisch wie zuletzt. Allzu groß war der Respekt vor der Fähigkeit der Gladbacher, bei Ballgewinn blitzschnell umzuschalten.

Doch dann fanden die Münchener doch die Lücke in der hoch gelobten Defensive der Gastgeber. Arjen Robben, der bei jedem Ballkontakt frenetisch ausgepfiffen wurde, nahm Tempo auf und bediente Thomas Müller. Der steckte weiter auf Toni Kroos, doch dessen platzierter Flachschuss landete nur am Innenpfosten (6.).

Die Borussia spielte mit derselben Marschroute wie bei den beiden Siegen in der Bundesliga: die Bayern kommen lassen, hinten dicht machen und intelligente Konter fahren. So siegten sie zum Saisonauftakt in München 1:0 und im Januar 3:1. Nach diesen Siegen sagte Favre, dass seine Mannschaft gegen die Bayern so am besten bestehen könne. Einen offenen Schlagabtausch wollte er nicht riskieren.

Doch die Bayern spielten sehr viel effektiver als in den beiden Bundesligapartien. In der 14. Minute musste Gladbachs Keeper Marc-André ter Stegen einen wuchtigen Kopfball von Mario Gomez glänzend parieren. Favre fuchtelte an der Linie wild herum – es lief nicht gut für die Borussia. Nach vorne gab es ab und an brauchbare Ansätze, aber nichts Nennenswertes.

Doch wie schon in den Ligaspielen ist Gladbach in solchen Phasen in der Lage, aus dem Nichts eine große Chance zu produzieren. So auch in der 21. Minute, als nach einer schönen Kombination über links Marco Reus allein vor Bayern-Keeper Manuel Neuer auftauchte. Doch der Nationalkeeper kam mit gutem Timing heraus und blockte den Schuss ab. Die beiden derzeit wohl besten Torhüter Deutschlands machten also gleichermaßen auf sich aufmerksam – auch wenn ter Stegen zu Beginn bei einigen hohen Bällen ungewohnte Unsicherheiten zeigte.

Die Münchener versuchten die Defensive der Gastgeber mit vielen Seitenwechseln am Laufen zu halten und für Lücken zu sorgen. Die „wehrte“ sich mit einem aggressiven Herausrücken, machte so das Spielfeld für die Bayern eng und sorgte für viele Abseitspositionen.  

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  • jepp. ich habe nie verstanden, wieso man den gekauft hat. für die 4. liga vielleicht? gomez hätte den sicher verwandelt, wenn er nicht geschont werden müsste fürs ligaspiel.

  • Ein Fehler hat der Artikel!

    "Die letzte hatte erneut Robben in der Schlussminute. Doch der Niederländer rutschte weg. Der Ball wollte heute einfach nicht ins Tor"

    Es war nicht Robben in der Schlussminute der Verlängerung, sondern der eingewechselte Petersen!!!

    Bitte korrigieren!

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