Nach Randalen in Zügen
Deutsche Bahn will Fangipfel organisieren

Die Deutsche Bahn will ein Treffen mit Fußballfans und Verantwortlichen organisieren. Thema sollen randalierende Fußballanhänger sein. Zudem fordert die Bahn finanzielle Unterstützung von den Vereinen.
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BerlinDie Deutsche Bahn will die Schäden durch randalierende Fans in den Zügen eindämmen. Im Herbst soll auf einem Fangipfel nach Lösungen gesucht werden. „Wir müssen dafür sorgen, dass der Fußballfanreiseverkehr besser organisiert wird. Es kann nicht sein, dass unsere Züge und Bahnhöfe zu Schlachtfeldern gemacht werden“, sagte der DB-Vorstand für Konzernsicherheit, Gerd Becht, am Donnerstag in Berlin. Die Beseitigung der Schäden koste das Unternehmen jährlich einen einstelligen Millionenbetrag. Als weitere Folgen nannte er Verspätungen oder die Verärgerung anderer Kunden.

Zu dem Treffen, das für September geplant ist, will die Bahn den Deutschen Fußball-Bund (DFB), die Deutsche Fußball Liga (DFL), die Vereine sowie Vertreter von Fangruppen einladen. Die Ausschreitungen seien kein neues Problem, „aber die Brisanz hat zugenommen“, sagte Becht. „Es gibt problematische Fangruppierungen bis in die fünfte Liga hinunter.“

An jedem Fußball-Wochenende transportiere die Bahn 100.000 Fans. Die Bahn setze dafür zusätzlich Zehntausende Sicherheitskräfte sowie Service- und Reinigungskräfte pro Jahr ein. „Fast jeder Zug mit Fußballfans bedarf nach der Fahrt einer Sonderreinigung oder auch einer aufwendigen Reparatur“, sagte Becht. Diese Züge fehlten dann im Regelverkehr. Auch in den Bahnhöfen komme es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans oder zu Belästigungen anderer Fahrgäste.

„Wir wollen auch die Fans zu Wort kommen lassen“, hob Becht hervor. Die Bahn befördere „gerne die Fußballfans“. Diese dürften andere Fahrgäste aber nicht belästigen. Die große Mehrzahl der Anhänger verhalte sich aber friedlich: „Nur rund zwei Prozent der bei uns reisenden Fans machen Randale.“

Becht rief die Vereine dazu auf, mehr Charterzüge zu bestellen, die die Fans direkt zum Spielort bringen. Probleme beim Umsteigen oder beim Zusammentreffen mit anderen Fangruppen würden dadurch verhindert. Die Vereine müssten dann aber auch für die Schäden aufkommen. In den Niederlanden seien die Vereine für den Fanreiseverkehr verantwortlich, „auch kommerziell“, sagte Becht. Die deutschen Vereine müssten finanziell ebenfalls stärker herangezogen werden, forderte Becht. Noch versperrten sich die meisten Vereine diesem Thema.

Laut Polizeistatistik würden besonders oft Fans der Vereine Eintracht Frankfurt, Hansa Rostock, Dynamo Dresden sowie des FC St. Pauli und des 1. FC Köln auffällig. Positiv hob Becht die Zusammenarbeit mit den Vereinen Herta BSC Berlin, Union Berlin, 1. FC Kaiserslautern, VfB Stuttgart und Eintracht Braunschweig hervor.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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