Nach Sponsoring-Urteil
Fifa feuert Marketing-Chef

Der Weltfußballverband Fifa hat aus der herben Niederlage vor Gericht im Zusammenhang mit dem für ungültig erklärten millionenschweren Sponsorenvertrag zwischen der Fifa und dem Kreditkarten-Unternehmen Visa erste Konsequenzen gezogen. Er trennte sich mit sofortiger Wirkung von seinem Direktor der Abteilung Marketing und TV, Jerome Valcke, und drei seiner Mitarbeiter.

HB ZÜRICH. Damit zog die Fifa jene Verantwortlichen zur Rechenschaft, denen im Zuge von Sponsoring-Verhandlungen mit den beiden Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard unehrliche Methoden vorgeworfen werden.

Ein Gericht in New York hatte am 6. Dezember einer Klage von Mastercard stattgegeben, die als bisheriger Fifa-Sponsor auf ihr Erstverhandlungsrecht gepocht hatten. Der neugeschlossene Sponsoring-Vertrag mit dem Konkurrenten Visa wurde für ungültig erklärt. Dabei war herausgekommen, dass Mitarbeiter der Fifa das Unternehmen Mastercard während der Verhandlungen wiederholt angelogen.

So soll Mastercard versichert worden sein, dass kein Sponsoringvertrag mit einem anderen Kreditkartenunternehmen abgeschlossen werde, bis die Fifa eine Absage von Mastercard bezüglich einer Verlängerung des Kontraktes erhalte. Auch Visa soll nicht über das Erstverhandlungsrecht des bisherigen Partners informiert worden sein.

„Auch wenn das Urteil einseitig zu Gunsten von Mastercard ausgefallen ist, so lässt sich doch die Tatsache nicht wegdiskutieren, dass seitens der Fifa unter Verletzung von Geschäftsprinzipien verhandelt worden ist. Die Fifa kann ein solches Verhalten ihrer eigenen Mitarbeiter nicht einfach hinnehmen“, teilte die Fifa mit.

Die Fifa prüft gegenwärtig die Erhebung einer Berufung gegen das Gerichtsurteil.

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