Nächste Marke am Dienstag in München auf juristischem Prüfstand
WM-Sponsoren drohen Fifa mit Kürzungen

Auf den Fußballweltverband Fifa kommen nach dem jüngsten Bundesgerichtsurteil möglicherweise Schadenersatzansprüche zu. "Unser Sponsorenvertrag wird nicht mehr hundertprozentig erfüllt". sagte Obi-Managerin Johanna Meessen dem Handelsblatt. Bevor die Baumarktkette eine Kürzung der Lizenzgebühren verlangt, will sie aber noch abwarten, wie der Fußballverband auf die neue Lage reagiert.

DÜSSELDORF. Am Donnerstagabend hatte der Bundesgerichtshof (BGH) die Wortmarke "Fußball-WM 2006" zur allgemeinen und nicht lizenzpflichtigen Verwendung freigegeben. Auf Drängen des Klägers Ferrero wird nun die markenrechtliche Eintragung dieses Begriffs für alle Waren und Dienstleistungen umgehend gelöscht.

Den Schutz der Marke hatte die Fifa aber ihren 15 "Weltpartnern" und fünf "nationalen Förderern" exklusiv zugesagt. Für das gesamte Sponsorpaket, das auch Freitickets, Bandenwerbung und die Nutzung des Fifa-Logos umfasst, legten sie zwischen zehn und 42 Mill. Euro auf den Tisch.

"In den Verhandlungen mit der Fifa wurde uns die Marke WM 2006 als das höchste Gut angepriesen", heißt es bei einem der nationalen Förderer. Nun könne die Fifa ihr Versprechen offenbar nicht mehr halten. "Wir werden uns die Urteilsbegründung genau anschauen", sagte ein Sprecher des WM-Sponsors Postbank, "und dann über die nächsten Schritte entscheiden."

Sponsoren wie Adidas rechnen nun damit, dass auch Wettbewerber die bislang geschützte Wortmarke nutzen werden. Erzkonkurrent Puma allerdings winkte am Freitag energisch ab. "Wir werben nicht mit dem WM-Logo", sagte Vorstandschef Jochen Zeitz. Das Urteil spiele "eher für Würstchenverkäufer als für Puma eine Rolle", sagte er. Obi-Verfolger Praktiker erklärte ebenfalls, die nun freie Marke nicht nutzen zu wollen. Bei Bitburger, dem Konkurrenten des WM-Sponsors Anheuser-Busch ("Budweiser"), hieß es indes: Ein Anzeigentext wie "Bitburger gratuliert als Sponsor der Fußballnationalmannschaft zum Gewinn der Fußball WM 2006" sei nun durchaus möglich.

Viele der Sponsoren, darunter auch Adidas, sehen das gelassen. Das Urteil beeinträchtige die Sponsoringstrategie "in keinster Weise", sagte ein Sprecher. "Unser Sponsorpaket umfasst weit mehr als den Schutz der Marke WM 2006", heißt es beim Reifenhersteller Continental. Die Deutsche Telekom, die zu den "Weltpartnern" zählt, verweist darauf, dass die Marke "Fifa-WM 2006" weiterhin geschützt sei.

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