Nationalelf spielt unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Polen hat Angst vor schlechter Presse

Polens Nationalmannschaft will sich die momentan gute Stimmung nicht durch schlechte Presse vermiesen lassen. Deshalb findet das letzte Testspiel gegen eine Regional-Auswahl unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

In der letzten Zeit prasselte nach peinlichen Auftritten in WM-Testspielen der Spott der internationalen Presse auf die polnische Nationalmannschaft herab. Um nicht Gefahr zu laufen, den guten Eindruck nach dem Sieg im Spiel gegen Kroatien zu trüben, wird Polen die WM-Generalprobe am Dienstag gegen eine niedersächsische Regional-Auswahl ohne Zuschauer absolvieren. Auf Wunsch von Coach Pawel Janas wurde das Spiel von Salzgitter ins Trainingslager der Polen nach Barsinghausen verlegt - hinter verschlossene Türen. Näher erläutert wurde die Entscheidung nicht.

Der Erfolg gegen Kroatien kam den Polen als letztes Signal an Deutschland und den Rest der Konkurrenz scheinbar gerade recht. Schon unmittelbar nach der Partie in Wolfsburg hatte Siegtorschütze Ebi Smolarek gegen den WM-Gastgeber gestichelt: "Ich habe das deutsche 3:0 gegen Kolumbien im Fernsehen gesehen - wir brauchen keine Angst zu haben", erklärte der Angreifer von Borussia Dortmund, nachdem er seinem Team das so wichtige Erfolgserlebnis im Endspurt der WM-Vorbereitung beschert hatte.

Smolarek: "Wir sind da, wo wir vor dem WM-Start sein müssen"

Die vier Tage zuvor erlittene 1:2-Niederlage gegen eben jene Kolumbianer war dagegen mit einem Mal vergessen: "Jetzt sind wir genau da, wo wir eine Woche vor dem WM-Start sein müssen", resümierte Smolarek. 90 Minuten überwiegend magere Fußballkost genügten, um das polnische Selbstwertgefühl wieder ins Lot zu bringen. Denn diesmal stimmte zumindest das Ergebnis.

"Das Gefühl nach diesem Sieg ist ein ganz anderes als nach dem Kolumbien-Spiel. Alles lief schon sehr viel besser, wenn auch noch nicht ganz so, wie ich es mir für die WM-Spiele vorstelle", sagte Trainer Pawel Janas. Die Tage bis zum Auftaktmatch gegen Ecuador am 9. Juni (21.00 Uhr) in Gelsenkirchen will der Coach für den Feinschliff nutzen: "Wir werden uns noch in allen Mannschaftsteilen verbessern."

Seine größte Sorge war Janas jedenfalls erst einmal los. Denn die nach dem Kolumbien-Spiel heiß diskutierte Torwartfrage dürfte sich vorerst erledigt haben - auch wenn sich der Trainer bezüglich seiner Nummer eins noch nicht endgültig festlegen wollte: "Diese Frage ist mein Albtraum. Aber ich habe ja noch ein paar Tage Zeit, mir Gedanken zu machen."

Boruc hatte beste Karten auf Stammplatz im Tor

Nachdem sich Schlussmann Tomasz Kuszczak (West Bromwich Albion) am vergangenen Dienstag ein peinliches Abschlag-Tor des kolumbianischen Keeperes Luis Martinez eingefangen hatte, dürfte Konkurrent Artur Boruc (Celtic Glasgow) nach einer guten Leistung gegen Kroatien derzeit wohl erste Wahl sein. Das bestätigte am Montag auch Torwarttrainer Jacek Kazimierski: "Wir haben drei hervorragende Torhüter, von denen Boruc derzeit die besten Karten hat."

Einen Stammplatz sicher hat indes der neben Smolarek zweite polnische Bundesliga-Legionär, Jacek Krzynowek. Zwar konnte sich der Mittelfeldspieler, der zur kommenden Saison von Bayer Leverkusen zum VfL Wolfsburg wechselt, an seiner künftigen Wirkungsstätte nur wenig in Szene setzen, doch bei Janas ist er gesetzt: "Das Wechselspiel zwischen Smolarek und Krzynowek hat mir gut gefallen. So stelle ich mir das vor", erklärte der 53-jährige Coach.

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