Neuartige Sponsorensuche
Bayer Leverkusen und der Kampf gegen die leere Brust

Sportlich gehört Bayer Leverkusen seit Jahren zu den besten Fußball-Mannschaften Deutschlands, bei den Sponsoren-Einnahmen schlägt sich das aber nicht nieder. Jetzt geht der Verein einen ganz neuen Weg - notgedrungen.
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LeverkusenEin missgünstiger Betrachter könnte in der Anzeige durchaus eine Symbolik erkennen: Ein Spieler bejubelt mit geballter Faust ein Tor, der Slogan darunter lockt mit internationaler Spitzenklasse: „Spielen Sie mit uns Champions League“. Einzig: Der Kopf des Stürmers ist oberhalb der Unterlippe abgeschnitten - und steht damit ebenso gesichtslos da, wie es seinem Verein immer wieder vorgeworfen wird.

Mit diesen Anzeigen sucht Bayer Leverkusen einen neuen Trikotsponsor - ein hierzulande bislang einzigartiges Konzept. Denn das vorzeitige Ende der Partnerschaft mit Teldafax hat die Rheinländer in eine missliche Lage gebracht: „Wir stehen vor der Herausforderung, bis zum Saisonbeginn Anfang August einen neuen Hauptsponsor finden zu müssen“, sagt Bayers Marketing-Direktor Meinolf Sprink. Die Zeit drängt zu sehr, um wie üblich, im stillen Kämmerlein zu verhandeln.

Um schnell mit möglichst vielen potenziellen Geldgebern ins Gespräch zu kommen, dient die 14-tägige Anzeigenkampagne. Das Motiv: Das Trikot von Stefan Kießling zeigt statt des Logos eines Sponsors den Platzhalter „Ihre Marke“. Sponsoren werden im Anzeigentext aufgefordert, sich über eine Internetseite als Sponsor zu bewerben. Der Clou: Die Unternehmen können zwischen drei Paketen wählen: Das Logo bei allen Spielen, nur in der Bundesliga oder nur in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben - also zum Beispiel auch in der Champions League.

Womöglich läuft Bayer demnächst mit der Wortmarke eines zahlungskräftigen Unternehmens aus Asien auf. Denn die Anzeige erscheint nicht nur in namhaften deutschen Zeitungen, sondern beispielsweise auch im New Yorker Wallstreet Journal, der Neuen Zürcher Zeitung und mehreren asiatische Zeitungen. „Wir wenden uns an werbende Unternehmen“, sagt Sprink. Dabei setze man auch darauf, dass Bayer im asiatischen Raum „einen gewissen Namen hat“. Über die Kosten für die ungewöhnliche Aktion schweigt sich Sprink aus. „Über Geld reden wir nicht.“ Eine Anzeigenkampagne koste einen Betrag im niedrigen sechsstelligen Euro-Betrag.

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