Offizieller Fahrzeugpartner
DFB und Volkswagen sollen sich einig sein

Da wäre das Ding: Einem Medienbericht zufolge trennt sich der DFB von seinem langjährigen Autopartner Mercedes. Angeblich soll seine Vorentscheidung für das Angebot Volkswagens gefallen sein. Die Summe? Astronomisch.
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DüsseldorfEinem Medienbericht zufolge löst Volkswagen im kommenden Jahr Mercedes als Fahrzeugpartner des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ablösen. Entsprechende Signale erhielt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) demnach aus Verhandlungskreisen. Weder der DFB noch VW wollten das kommentieren und verwiesen der Zeitung zufolge auf laufende Verhandlung. Mercedes ließ verlautbaren, man wolle weiterhin mit dem größten Fußballverband der Welt zusammenarbeiten und sehe das weiterhin als Möglichkeit an.

Die „FAZ“ hatte im Mai vorab über den Einstieg Volkswagens in den Poker um den prestigeträchtigen Vertrag berichtet. Die Zeitung spricht weiterhin von einer Tendenz, wörtlich von einer gefallenen „Vorentscheidung“. Einen Vertragsschluss gibt es bislang nicht zu vermelden. Tatsächlich wäre der Wechsel im Sponsorenpool eine faustdicke Überraschung. Seit fast fünf Jahrzehnten stellen die Schwaben die offiziellen Teamfahrzeuge der Nationalmannschaft.

Für den DFB ist der Vertrag, ähnlich dem Ausrüstervertrag mit Adidas, eine sehr willkommene Einnahmequelle. Der Verband hat durch den Weltmeistertitel 2014 Rekordeinnahmen erzielt, deren Niveau es nun zu sichern gilt. Noch immer die „Mannschaft“ die Haupteinnahmequelle des Verbands, die nicht nur die Auswahlmannschaften finanziert, sondern auch den Neubau der DFB-Fußballakademie und den Amateurbereich. Gerade die Planungskosten für die Akademie liefen zuletzt aus dem Ruder, vor allem wegen des Streits um den Standort auf der bisherigen Frankfurter Galopprennbahn. Auch juristische Folgekosten aus dem Skandal um die Vergabe der WM 2006 belasten die Bilanz.

Laut „FAZ“ soll der neue Vertrag 25 bis 30 Millionen Euro schwer sein, eine deutliche Steigerung gegenüber dem, was bisher Mercedes zahlte. Diese Summe soll bei rund acht Millionen Euro liegen. Etwa in diesem Bereich wurden auch die neuen Angebote bisher taxiert. Der DFB ließe sich damit seine aktuelle Markt- und Markenpräsenz auf ARD, ZDF und RTL teuer bezahlen. Die Erfolge bei der U21-EM und dem Confed Cup haben den Werbewert von Verband und Mannschaft noch einmal drastisch erhöht. Allerdings leidet der Weltmeister bei den Spielen selbst zusehends unter Kritik an Inszenierung und Preispolitik. Immer öfter bleiben, zumindest bei Freundschaftsspielen, die Stadien unausgelastet.

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Es geht auch ums Prestige

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  • Volkswagen setzt ein weiteres falsches Signal. Diesel-Käufer außerhalb der USA sind sauer, weil sie keinerlei Entschädigung bekommen, aber für einen Fußballvertrag ist doppelt und dreifach Geld da. Natürlich lassen sich die Summen nicht vergleichen, aber die Symbolik ist ein weiterer Stinkefinger in Richtung Autokäufer. Und ob der "Glanz" der Nationalmannschaft bei der Bewältigung der Image-Krise von Volkswagen hilft, dürfte auch eher zweifelhaft sein. Ganz im Gegenteil sollte der DFB sich vor dem Negativ-Image von VW fürchten. Die Message ist auf beiden Seiten mehr als fragwürdig: Geld regiert die Welt und wer genug davon hat, kann sich alles erlauben. Profi-Fußball und Volkssport haben nichts mehr miteinander zu tun. Genausowenig Interesse dürften unsere Nationalspieler an einem VW für den persönlichen Gebrauch haben. Dieses Konstrukt ist durch und durch unglaubwürdig. Und VW täte besser daran, endlich wieder den Kunden ins Zentrum des Denkens und Handelns zu stellen. Und sich eindeutig und glaubwürdig zu seiner Verantwortung für den Dieselbetrug zu bekennen. Bisher macht VW den Eindruck eines wenig reuigen Sünders, denn eigentlich hat man doch gar nichts falsch gemacht.

  • Ein weiteres Mosaik-Steinchen, das den Fußball unaktraktiv macht.

    Es geht nur noch um Kohle - um sonst nichts. Ich hab' den Kanal abgedreht.

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