Fußball
Persönlichkeitsrechte bei Hochstätter kein Thema

Christian Hochstätter hat sich im Prozess gegen die ehemalige Klubführung des 1. FC Kaiserslautern gegen die Behauptung gewehrt, der Erwerb von Spieler-Persönlichkeitsrechten sei in der Bundesliga übliche Praxis.

Am neunten Tag im Strafprozess gegen die ehemalige Klubführung des 1. FC Kaiserslautern hat Christian Hochstätter sich vor die Bundesliga gestellt. Der ehemalige Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach wehrte sich gegen die Aussagen der bislang vernommenen Zeugen, der von der Staatsanwaltschaft als verdeckte Lohnzahlung angesehene Erwerb von Spieler-Persönlichkeitsrechten sei übliche Praxis bei den Klubs.

"Wurde nie über Persönlichkeitsrechte gesprochen"

"In meiner Amtszeit wurde nie über Persönlichkeitsrechte gesprochen", erklärte der als Zeuge geladene 41-Jährige am neunten Verhandlungstag vor der 2. Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kaiserslautern. Vor dem Gericht müssen sich der Lauterer Ex-Vorstandsboss Jürgen Friedrich, das ehemalige Vorstandsmitglied Gerhard Herzog und der frühere Aufsichtsrats-Chef Robert Wieschemann wegen dem Vorwurf der Steuerhinterziehung in mehreren Fällen und Untreue in einem Fall verantworten

Als erster der geladenen Ex-FCK-Profis erschien am Montag Jeff Strasser (jetzt Borussia Mönchengladbach) vor Gericht. Da gegen den Luxemburger aber wegen der Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt wird, machte der 30-Jährige von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch. "Zu Persönlichkeitsrechten werde ich mich nicht äußern", sagte Strasser und trug damit nichts Wesentliches zur Aufklärung bei.

Im bisherigen Verlauf des Prozesses waren die Angeklagten in die Defensive geraten. Die Lauterer Ex-Profis Taribo West, Lincoln und Nenad Bjelica hatten schriftlich erklärt, dass sie in der Amtszeit des Trios verdeckte Lohnzahlungen in Millionenhöhe erhalten haben. Dies sei vorwiegend als Zahlungen für Persönlichkeitsrechte verschleiert worden. Von den früheren FCK-Spielern Youri Djorkaeff und Strasser fehlt bisher ein solches Geständnis. Unstrittig ist allerdings, dass der FCK an eine Beraterfirma Djorkaeffs 11,8 Mill. Mark überwiesen hat und ein anderes Unternehmen 400 000 Mark für die Persönlichkeitsrechte von Strasser bekam.

Laut der Anklage der Staatsanwaltschaft Zweibrücken sollen Friedrich (10 Fälle) 5,094 Mill. Euro, Herzog (9 Fälle) 4,999 Mill. Euro und Wieschemann (7 Fälle) 3,778 Mill. Euro Lohnsteuer hinterzogen haben. Im Fall eines Schuldspruchs drohen den früheren FCK-Bossen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren. Die Anklage stützt sich auf die These, dass Zahlungen des Klubs in der Amtszeit der Beschuldigten an die genannten Ex-Profis als verdeckte Lohnzahlungen anzusehen sind. Der FCK musste auf Grund dieser Praxis vor zwei Jahren 8,9 Mill. Euro Steuern nachzahlen und stand kurz vor der Pleite.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%