Podolski über seinen Abschied
„Geiles Stadion, geiles Spiel, geiler Gegner“

Lukas Podolski ist fortan Nationalspieler a.D.. Mit Wehmut blickt Prinz Poldi vorerst nicht auf seine Länderspielkarriere zurück. Stattdessen feiert er einen filmreifen Abschied von dem Team, was ihm stets eine Oase war.
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DortmundDer neue Tag hatte schon begonnen, als Lukas Podolski immer noch im verschwitzten Trikot unterhalb der Tribüne über sein Traumtor und den traumhaften Abschiedsabend plauderte. Der Mannschaftsbus mit den nun ehemaligen Kollegen hatte das Dortmunder Stadion längst verlassen, aber den Fußball-Nationalspieler a.D. drängte es mit Frau und Kindern einfach nicht heim nach Köln.

Vollgepumpt mit Glückshormonen kostete Podolski den „schönen Abend” im Bad der Fans aus. „Man kann sich nichts Besseres wünschen”, sagte er nach Mitternacht mit glänzenden Augen: „60 000 Zuschauer, ein geiles Stadion, ein geiles Spiel, ein geiler Gegner - und man gewinnt am Ende.”

Und dafür sorgte der Hauptdarsteller - „wie im Film” - selbst. Sein 1:0 gegen England war die Pointe eines perfekten Drehbuchs für das 130. Länderspiel. „Ich kenne ja meinen linken Fuß. Ich weiß nicht, wer mir den gegeben hat, der liebe Gott vielleicht”, sagte Podolski.

In seiner unnachahmlichen Art jagte er den Ball in der 69. Minute mit der linken Klebe rechts oben in den Winkel, unhaltbar für Englands Torwart Joe Hart. Ein Tor des Monats, „mein zwölftes”, wie der bei der ARD-Wahl bislang elfmal ausgezeichnete Torjäger selbst meinte. Womöglich hat Deutschland aber am 22. März 2017 auch schon das Tor des Jahres gesehen.

Auf jeden Fall gehöre das Länderspieltor Nummer 49 „in die ganz enge Auswahl” seiner schönsten Treffer. „Es ist ein Drehbuch, das ich nicht besser hätte schreiben können”, sagte Weltmeisterkollege Thomas Müller. Im Grunde Oscar-reif, auch wenn Müller anmerkte: „Mir als Regisseur wäre das nur zu kitschig, das glaubt dir ja keiner.”

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„Nationalmannschaft war für mich immer eine Wohlfühloase”

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