Pokalfinale
„Das war Tor, weil der Ball hinter der Linie war“

Bayern feiert den 17. Pokalsieg der Vereinsgeschichte – doch Deutschland debattiert über ein Tor, das nicht gegeben wurde. Dortmunds Trainer Klopp geht mit den Schiedsrichtern hart ins Gericht.
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BerlinIrgendwie kann einem Pep Guardiola manchmal ein bisschen leid tun. Nach der schnellsten Meisterschaft aller Zeiten diskutierte Deutschland erst über die Langeweile der Liga und dann über die Schattenseiten seines ballbesitzbetonten Spiels. Nun gewinnt der Katalane mit Bayern in einem dramatischen Match den Pokal – und alle diskutieren über ein Tor, das nicht gegeben wurde.

Es war die 64. Spielminute, als Dortmunds Mats Hummels den Ball per Kopf Richtung Bayern-Tor drückte und Verteidiger Dante gedankenschnell reagierte und den Ball wegschlug. Doch der hatte wohl schon die Torlinie überschritten. Trotzdem gab Schiedsrichter Florian Meyer das Tor nicht.

Ein Umstand, der nach dem Spiel vor allem Dortmunds Trainer Jürgen Klopp in Rage versetzte. Bei jedem Interview musste sich Klopp spürbar beherrschen, um nicht die Fassung zu verlieren. Interviews nach dem Spiel nutzte er – nach der obligatorischen Gratulation an die Bayern – für einen Rundumschlag gegen das Schiedsrichtergespann.

„Alle meine Ersatzspieler standen schlechter als der Linienrichter und haben gesehen, dass der Ball drin war. Selbst Manuel Friedrich – und der lügt nie“, erklärte er in der ARD. Und auch auf der anschließenden Pressekonferenz hatte Klopp sich noch nicht beruhigt.

Dante habe mit dem rechten Bein auf der Strafraumlinie gestanden. „Um den noch vor der Linie rauszuhauen, müsste er zum Aufgebot des Cirque du soleil gehören.“ In internationalen Wettbewerben gebe es darum auch Torrichter. „Aber die waren heute wohl alle schon im Urlaub“, so Klopp weiter.

Es ist fast eine Ironie des Schicksals, dass das deutsche Pokalfinale durch die Aberkennung eines regulären Treffers maßgeblich beeinflusst wurde. Noch zu Beginn der Saison hatte sich die Bundesliga mehrheitlich gegen die Einführung der Torlinientechnik ausgesprochen. Borussia Dortmund hatte dafür gestimmt. Eine Diskussion, auf die Klopp sich nicht einlassen wollte. „Das hätte man auch ohne Torlinientechnik sehen müssen.“

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  • ... ganz so sicher wäre ich da nicht:
    wie man auf diversen Fotos sieht, steht Dante zwar mit dem rechten Bein auf der Tor-Linie - aber nicht senkrecht, sondern in einem Winkel von fast 45 Grad nach außen geneigt. Bewanderte "Winkel"-Akrobaten = Geometriebewanderte könnten nun aus den Bein-Maßen von Dante und anderen Maßen näherungsweise berechnen, wo sich der linke Dante-Fuß im Moment des Ballkontakts befunden hat. Durch die eingenommenene Schräglage könnte es durchaus sein, dass der Ball die Torlinie doch nicht im geforderten Maß überschritten hat um als Tor zu zählen!

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