Problem Mittelfeld
Bayern auf Selbstfindungspfad

dpa LEIPZIG. Müde, lustlos, konditionsschwach: Fußball-Rekordmeister FC Bayern München befindet sich wenige Tage vor dem Bundesligastart gegen Borussia Dortmund noch meilenweit entfernt von der Form eines Meisterschafts-Top-Favoriten.

Statt mit dem sechsten Sieg im Ligapokal die Konkurrenz frühzeitig in die Schranken zu weisen, befinden sich die Bayern noch mitten auf einem Selbstfindungspfad.

Beim 0:2 gegen Werder Bremen vor 41 300 Zuschauern im Leipziger Zentralstadion wurden Defizite in allen Mannschaftsteilen sichtbar. In den vergangenen 180 Minuten gelang kein einziges Tor, doch vor allem im zentralen Mittelfeld klafft nach dem Weggang von Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack eine Riesenlücke.

Nach mehreren Fragen zum fehlenden Ballack geriet Bayern-Manager Uli Hoeneß in Rage. Er sei weg und damit basta, grantelte er. „Es gibt keine Automatismen. Das muss noch eingespielt werden“, betonte der Manager angesichts der praktisch nicht vorhandenen Schaltzentrale im Münchner Spiel. Roque Santa Cruz war damit ebenso hoffnungslos überfordert wie sein nach der Pause eingewechselter paraguayischer Landsmann Julio dos Santos.

„Wir haben noch das Spiel gegen 1 860 München. Da werden wir noch einmal probieren. Danach werden wir sehen, wer über 90 Minuten Bundesliga gehen kann und über das Mittelfeld entscheiden“, sagte Trainer Felix Magath, der sich trotz des müden Kicks seiner Schützlinge zufrieden zeigte. Neun WM-Teilnehmer in der Startformation gelten in München als Entschuldigung für im Vergleich zur Konkurrenz noch fehlende Fitness.

„Wir waren ja in der ersten Halbzeit sehr offensiv aufgestellt. Da hat mir unsere Spielanlage gefallen. Wir sind viel über die Flügel gekommen, waren aber noch nicht spritzig genug“ analysierte der Trainer, der zur Pause mit Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski wie angekündigt die drei deutschen WM-Stammspieler in der Kabine ließ. Ihnen hatte bei ihrem 45-Minuten-Auftritt ebenfalls fast jegliche Bindung gefehlt.

„Wir sind doch erst seit einer Woche richtig im Training, haben den Japan-Trip hinter uns und 90 Minuten gespielt. Dass da nicht viel passieren kann, ist ja wohl klar“, verteidigte Lahm den Auftritt des Trios.

Dennoch scheint Magath die Zeit davon zu laufen, denn es klappte nicht viel. Torhüter Oliver Kahn sah beim 0:2 schlecht aus, in der Abwehr liefen Willy Sagnol und Lucio ihren Gegenspielern Miroslav Klose und Klasnic permanent hinterher. Im Mittelfeld sorgte nur der eingewechselte Hasan Salihamidzic für Ideen und Schwung, und der Millionen-Angriff Podolski/Roy Makaay bekam kaum Bälle und wenn, wurden diese bis auf ein angebliches Abseitstor von Podolski vertändelt.

„Uns fehlte die Kondition, um den Rückstand aufzuholen“, bekannte Magath, der aber bis zum Dortmund-Spiel Besserung versprach. Dann sollte auch die Lust auf Fußball ins Spiel des FC Bayern zurückgekehrt sein. Einige Akteure hatten mit ihren Bemerkungen bereits vor dem Ligapokal-Finale durchblicken lassen, dass der auch von Bayern-AG-Chef Karl-Heinz Rummenigge kritisierte Ligapokal eigentlich nur eine lästige Pflicht war.

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