RB Leipzig gegen Schalke 04
Was Schwalbenkönig Timo Werner lehrt

Unsportlichkeit im Fußball hat ein neues Synonym: Timo Werner. Die dreiste Schwalbe des Leipziger Stürmers gegen Schalke 04 zeigt überdies: Schiedsrichter und Spieler waren total überfordert. Der Videobeweis muss her!
  • 0

DüsseldorfIn Leipzig war noch keine Minute gespielt, da stürmt Timo Werner in den Strafraum von Schalke 04. Er wird verfolgt vom Verteidiger Naldo, der ihn leicht berührt. Doch das stört Werner wenig, er läuft noch ein paar Meter und lässt sich dann spektakulär fallen. Der Schiedsrichter denkt: Der Schalker Torwart hat Werner gefoult und entscheidet auf Elfmeter.

Das war eine krasse Fehlentscheidung, die durch die Kameras im Stadion schnell aufgelöst werden konnte. Tatsächlich hat Torwart Ralf Fährmann den Stürmer gar nicht berührt, er bekommt dennoch eine gelbe Karte von Schiedsrichter Bastian Dankert. Der wiederum lässt sich durch die Schalker Proteste in keiner Weise von seiner Wahrnehmung abbringen.

Zwar redet er kurz mit Timo Werner, doch vor laufenden Kameras bestreitet der Schiedsrichter das hinterher sogar. Werner sagt hinterher, er habe darauf hingewiesen, dass Torwart Fährmann ihn gar nicht berührt habe. Doch entweder ist das eine Notlüge oder sein Hinweis ist im allgemeinen Rummel nach dem Pfiff untergegangen.

Klar sichtbar war hingegen die sofortige Reaktion von Werner. Nach dem Pfiff reckt er den Daumen in die Höhe, anschließend führt er den Strafstoß selbst aus und jubelt wie entfesselt. Erst nachdem er sich hinterher in aller Ruhe die eindeutigen Bilder der TV-Kameras angeschaut hat, macht er den ersten Rückzieher in der Angelegenheit, später entschuldigt er sich und gibt die Schwalbe sogar klar zu. Traurig genug.

Das eigentliche Trauerspiel geht jedoch erst nach dem Spiel los. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick bestreitet, dass es sich um eine Schwalbe handelte. „Da sollte er mal den Augenarzt wechseln und sich eine neue Brille holen“, giftete Torwart-Legende Uli Stein im TV-Studio von Sky. „Wenn er das im Nachhinein immer noch nicht als Schwalbe sieht, dann ist er fernab jeder Realität.“

Und dem ohnehin in ganz Fußball-Deutschland umstrittenen Verein RB Leipzig tut die ganze Sache ganz und gar nicht gut, wie Stein völlig richtig mit Blick auf Rangnick feststellt: „Er steht zu dem Betrug, findet das gut und untermauert das auch noch. Das ist sicher für das Image des Vereins und von Ralf Rangnick nicht förderlich."

Seite 1:

Was Schwalbenkönig Timo Werner lehrt

Seite 2:

„Das war einfach eine kapitale Fehlentscheidung.“

Kommentare zu " RB Leipzig gegen Schalke 04: Was Schwalbenkönig Timo Werner lehrt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%