RB Leipzig
Red Bull greift die Bundesliga an

Der Osten Deutschlands hungert nach erstklassigem Fußball. Mit RB Leipzig will Red Bull einen Topklub für die Region schaffen. Der Getränkeriese drängt so nach etwa Österreich und den USA in den deutschen Spitzensport.
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LeipzigZehn Minuten reichen. Der Taxifahrer Lutz bringt seinen Fahrgästen auf dem Weg vom Leipziger Hauptbahnhof zur Red Bull Arena die Fußballgeschichte der Stadt näher. Ein Crashkurs. Von den Skandalgeschichten mit Pleiten und Fan-Randalen rund um den VfB und Sachsen Leipzig in den Neunzigern über Wodka durstige mexikanische Fans im Achtelfinal-Spiel gegen Argentinien beim WM-Sommermärchen 2006 bis hin zur neuesten Erfolgsgeschichte. Und die heißt RasenBallsport Leipzig.

Diese mit beinahe kindlicher Begeisterung geschilderten Episoden zeigen, wie hungrig ganz Leipzig auf den großen Fußball ist. „Die werden das schon gut machen“, sagt Lutz mit Blick auf den vom Getränkeriesen Red Bull auf die Fußball-Landkarte gehievten Drittliga-Aufsteiger RB Leipzig.

Die Hoffnung, wonach große Stars wie Bayern Münchens Triple-Sieger Philipp Lahm oder Borussia Dortmunds Kapitän Roman Weidenfeller nicht nur bei Anlässen wie dem Abschiedsspiel von Fußballlegende Michael Ballack im Juni in Leipzig zu sehen sind, ist durchaus berechtigt. Nie war in Leipzig mehr Anfang als in diesem (Fußball-)Sommer.

Die gegen den Provinzklub Sportfreunde Lotte erfolgreich absolvierte Drittliga-Relegation - mit 30.100 Zuschauern im Hinspiel – hat in Leipzig für eine neue Euphorie ausgelöst. Dafür spricht auch die rekordverdächtige Zahl von 2600 Dauerkarten. In der letzten Regionalligasaison setzte man mit 7500 Fans im Schnitt eine neue Bestmarke. Hinzu kam ein respektabler 2:1-Erfolg im Testspiel gegen den Bundesligisten Werder Bremen am 22. Juli. „Die Mannschaft hatte den unbedingten Willen, in den DFB-Pokal zu kommen und ungeschlagen aufzusteigen. Das hat die Leute begeistert“, sagt RB-Geschäftsführer Ulrich Wolter dem Handelsblatt. Im Topspiel am Samstag holte der Verein immerhin ein 2:2-Unentschieden gegen SC Preußen Münster heraus.

Der Aufsteiger knackte in der 3. Liga alle Transfer-Rekorde. Für Spieler wie den dänischen Mittelstürmer Yussuf Poulsen (19, Lyngby Kopenhagen) oder den defensiven Allrounder Joshua Kimmich (18) aus der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart legte man 1,1 Millionen Euro hin. Insgesamt betrugen die in den Kader investierten Ablösesummen bis zum ersten Heimspiel gegen Bundesliga-Gründungsmitglied Preußen Münster 1,3 Millionen Euro.

Auffällig ist, dass Leipzig nicht auf gestandene Spieler oder gar abgehalfterte Altstars aus ist. „Es geht nicht um einen Wettlauf, mit möglichst vielen Söldnern möglichst rasch in die Bundesliga zu kommen, sondern es geht um eine gesunde Entwicklung und gesundes Wachstum – mit möglichst vielen eigenen Spielern“, erklärt Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz (68).

Seit 2009 hat der österreichische Milliardär in den Klub investiert und die Infrastruktur mit rund 100 Millionen Euro schon jetzt auf Bundesliga-Tauglichkeit gebracht. Das Ziel, so Ulrich Wolter in einem SPORT BILD-Interview (Ausgabe 19/2013), sei „einen Ost-Leuchtturm zu bauen“. Wolter gegenüber der Zeitschrift: „Wir wollen damit die die bestmögliche Infrastruktur für Talente schaffen, damit eben junge Spieler nicht immer nach Dortmund, Gladbach oder Leverkusen wechseln müssen, um sich zu entwickeln.“

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  • Tradition ist nicht das Problem von RBL. Was FAN´s verstimmt ist das die durch Mitglieder geführten Vereine so keine Faire Chance mehr haben. Financial Fairplay ist durch dem Verein in der Liga einfach nicht gegeben. Wenn Herr Mateschitz dieses Projekt so gut findet kann er gern mit Hoffenheim, Wolfsburg, Leverkusen, Ingolstadt zusammen eine Liga gründen. Die RBL Fans selbst gehen sicherlich auch lieber zu spielen gegen Hamburg als gegen Wolfsburg.

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