Fußball
Rekordler Raul rettet Real - Daum jubelt

Rekord-Kanonier Raul und ein unbekannter „Soldat“ haben die Champions-League-Hoffnungen der „Königlichen“ am Leben gehalten. Mit seinem 50. Europapokal-Treffer avancierte Real Madrids Stürmerstar Raul zum Top-Torjäger in der Geschichte des Landesmeister-Cups.

dpa HAMBURG. Rekord-Kanonier Raul und ein unbekannter „Soldat“ haben die Champions-League-Hoffnungen der „Königlichen“ am Leben gehalten. Mit seinem 50. Europapokal-Treffer avancierte Real Madrids Stürmerstar Raul zum Top-Torjäger in der Geschichte des Landesmeister-Cups.

Doch der Held des Abends war ein „Nobody“. „Roberto Soldado reichten fünf Minuten zum Ruhm. Das Eigengewächs half Real mit seinem Tor aus der Bredouille“, titelte „El País“ nach dem mühevollen 2:1 in der Gruppe F über Olympiakos Piräus. Wie Real nahm Christoph Daums Fenerbahce Istanbul (3:0 gegen PSV Eindhoven) ebenso Kurs auf das Achtelfinale wie Titelverteidiger FC Liverpool und der FC Chelsea, deren mit Spannung erwartetes Duell allerdings zu einem torlosen Langweiler wurde.

Als „historisches Tor“ feierten Spaniens Blätter Rauls 1:0, der mit seinem Jubiläums-Treffer den Uralt-Rekord des legendären Alfredo di Stéfano (49 Tore) überbot. Ausgerechnet der international zuvor noch nicht in Erscheinung getretene Soldado (deutsch: Soldat) stahl Routinier Raul, der am 13. September 1995 sein Europacup-Debüt gab, die Show. „Nachwuchsmann Soldado erzielte ein Traumtor, als es Real am dreckigsten ging“, befand „As“. Der 20-jährige Joker lobte den starken David Beckham für seine tolle Vorlage und befand: „Bei einem Remis oder einer Niederlage hätte es für uns in der Meisterliga ziemlich finster ausgesehen.“ So aber schloss Real (3) zu Rosenborg Trondheim auf, das Spitzenreiter Olympique Lyon (6) mit 0:1 unterlag.

Wieder gut im Rennen liegt auch Fenerbahce Istanbul (3), das in der Gruppe E hinter dem AC Mailand (4) auf Rang zwei vorrückte. Zwei Wochen vor dem Duell mit dem FC Schalke 04 (1) war beim 3:0 über den PSV Eindhoven (3) der Brasilianer Alex mit zwei Toren der Sieggarant. „Besser als Alex heute kann man nicht spielen. Ich würde ihm das Prädikat Weltklasse geben“, jubelte Christoph Daum. „Fenerbahce lebe hoch“, schrieb „Milliyet“, und „Sabah“ meinte: „Fener hat seine Liga gefunden.“ Selbst der größte Daum-Kritiker, Can Bartu von „Hürriyet“, lobte den deutschen Erfolgscoach für Feners „Riesenshow: Man muss Daum gratulieren, dass er so einen Fußball hat aufspielen lassen.“

Während Inter Mailand sein Konto in Gruppe H dank David Pizarros Siegtor gegen die Glasgow Rangers auf optimale sechs Punkte aufstockte, liegen der FC Liverpool und der FC Chelsea trotz ihrer Nullnummer mit je vier Zählern in der Gruppe G gleichauf vor Betis Sevilla (3), das 1:0 beim RSC Anderlecht (0) siegte. „Ich bin nicht total zufrieden, aber ein Punkt auswärts ist immer ein gutes Resultat“, sagte Chelsea-Coach José Mourinho. Sein Liverpooler Kollege Rafael Benitez, der den Deutschen Dietmar Hamann von Beginn an aufbot, schloss sich ihm an: „Das Positive ist der eine Punkt. Wir waren besser und haben daher zwei verloren, aber der eine Zähler kann am Ende sehr wertvoll sein.“

Für Ärger bei Real Madrid sorgte der deutsche Schiedsrichter Markus Merk mit dem Platzverweis für Abwehrspieler Sergio Ramos. Der Referee aus Kaiserslautern, der in Spanien schon öfter Zielscheibe der Kritik war, wertete einen leichten Rempler des Madrilenen als Tätlichkeit. Die Zeitung „As“ beurteilte die Entscheidung des Fifa-Unparteiischen so: „Rot für eine Tätlichkeit, die es nicht gab.“

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