Ronaldo grinst wieder
Die Rückkehr des Tore-Schelms

Der 4:1-Sieg gegen Japan war eine nebensächliche Demonstration brasilianischer Fußballkunst. Viel größere Bedeutung hat für die Selecao die Wiedergeburt ihres Wunderstürmers Ronaldo. Das lausbubenhafte Grinsen ist rechtzeitig in das Gesicht von "O Fenómeno" zurückgekehrt.

HB DORTMUND. Ronaldos Lächeln erinnert an das schelmische Grinsen eines kleinen, etwas zu dicken Jungen. Sympathisch wirkt der brasilianische Multimillionär, als er nach dem Spiel gegen Japan in Dortmund breit grinsend seine berühmte Zahnlücke zeigt. Zum ersten Mal bei dieser Weltmeisterschaft hat der Stürmer von Real Madrid auch allen Grund dazu, zufrieden und glücklich zu sein. Seine Freude über die Auszeichnung zum Spieler der Partie ("Player of the match") ist ehrlich. Viele Spieler, die dieses seltsame Silberkännchen schon überreicht bekommen haben, hatten nur verächtliche Blicke dafür übrig. Nicht so Ronaldo, er blickt zwar etwas irritiert auf das Stück, dass aussieht, als gehört es in das Silberschränkchen seiner Oma. Doch sein Lächeln siegt.

Ronaldo ist wieder da. Trotz seiner 90,5 Kilogramm Gewicht auf 1,83 Meter. Allen Unkenrufen, allen Kritikern zum Trotz. "Ich bin sehr glücklich nach den beiden ersten Spielen ohne Tor gegen Japan zwei Mal getroffen zu haben", sagte der 29-jährige nach dem Spiel. Mit seinen beiden Treffern schloss Ronaldo zum WM-Rekordtorjäger Gerd Müller auf. Beide haben bei Weltmeisterschaften nun insgesamt 14 Tore geschossen. Doch seltsam bescheiden - oder nicht ganz ehrlich - sagte Ronaldo, der Rekord habe ihn nicht sonderlich interessiert. Viel wichtiger sei, dass seine Mannschaft gewonnen und dass er seine Form wiedergefunden habe.

Die hat er in der Tat wieder. Auch wenn er immer noch Steigerungspotenzial hat: "Ich kam hier in Deutschland an und hatte 45 Tage nicht trainiert", sagte Ronaldo entschuldigend. Den Trainingsrückstand sah man auch noch im Spiel gegen die tapfer kämpfenden, aber insgesamt schwachen und chancenlosen Japaner. Ronaldo hätte nicht nur zwei, er hätte mindestens vier Tore schießen können. "Ihr Torwart hat sehr gut gehalten", lobte der Brasilianer.

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