Schachtjor-Profis bocken
Donezk-Oligarch droht seinen Fußballern

Sie spielen für einen Oligarchenklub im Kriegsgebiet – jetzt wird es sechs südamerikanischen Fußballprofis von Schachtjor Donezk zu heiß. Den Verein trifft der Boykott hart. Der Klubbesitzer schäumt: „Sie werden leiden.“
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AnnecySechs Profis des ukrainischen Fußball-Meisters Schachtjor Donezk haben offenbar nach einem Testspiel in Frankreich den Rückflug in die Krisenregion im Osten der Ukraine verweigert. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS handelt es sich unter anderem um die südamerikanischen Spieler Alex Teixeira, Fred, Douglas Costa und Dentinho (alle Brasilien) sowie Facundo Ferreyra (Argentinien).

„Zu diesem Zeitpunkt möchte ich dazu keinen Kommentar abgeben“, sagte Schachtjors Manager Sergej Palkin. Anders Klubbesitzer Rinat Achmetow: Der 13 Milliarden Dollar schwere ukrainische Oligarch warnte seine Spieler öffentlich vor Konsequenzen. „Sie werden leiden“, teilte er mit, denn durch ihr Verhalten würden Entschädigungsklauseln greifen, die sie zur Zahlung von mehreren Millionen Euro verpflichten.

Sollten sich die südamerikanischen Spieler dennoch weiterhin weigern, nach Donezk zurückzukehren, wäre das ein herber Rückschlag für die Mannschaft des reichsten Mannes der Ukraine: Im 33 Mann starken Kader befinden sich 13 Spieler südamerikanischer Herkunft.

Die meisten von ihnen sind wichtige Leistungsträger im stargespickten Team. Unter den laut transfermarkt.de wertvollsten sechs Akteuren befinden sich fünf Brasilianer. Der teuerste Schachtjor-Akteur, der brasilianische Neymar-Ersatz Bernard, hat bisher noch keine Stellungnahme zum Boykott seiner Vereinskollegen abgegeben.

Da Bernard der einzige brasilianische Donezk-Profi im brasilianischen WM-Kader ist, dürfte er zum Testspiel in Frankreich noch gar nicht mit von der Partie gewesen sein. Beim Donezk-Spieler Fred handelt es sich nicht um den Stürmer der Seleção, sondern um einen 21-jährigen Mittelfeldakteur.

Das ukrainische Militär will die Stadt Donezk von schwer bewaffneten Separatisten zurückerobern, die sich dort verschanzt haben. Der ukrainische Fußballbund muss noch entscheiden, wo der Verein seine Spiele abhalten soll, solange die Kämpfe andauern.

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Keine Spiele zwischen russischen und ukrainischen Klubs

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  • Respekt, auch ein Fußballer muss nicht jeden Schwachsinn mitmachen.

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