Selbstmordversuch
Schiedsrichter Rafati außer Lebensgefahr

Babak Rafati schockierte mit seinem Selbstmordversuch die Fußballwelt. Laut dem DFB schwebt der Schiedsrichter aber nun nicht mehr in Lebensgefahr. Unterdessen dauern die Ermittlungen der Kölner Polizei weiter an.
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BerlinNach dem Suizidversuch ist Schiedsrichter Babak Rafati offenbar auf dem Weg der Besserung. „Sein Gesundheitszustand ist stabil“, sagte DFB-Sprecher Ralf Köttker. Bereits am Samstag hatte der Referee aus Hannover mit seinen Angehörigen wieder gesprochen.

Unterdessen dauern die Ermittlungen der Polizei Köln weiter an. „Es werden auch noch Zeugen befragt, aber wir gehen weiter von einem Suizidversuch aus. Es gibt keine Hinweise auf ein Fremdverschulden“, sagte Polizeisprechrer Andre Faßbender.

Zwei Jahre nach dem Selbstmord von National-Torwart Robert Enke wurde der deutsche Fußball durch den Suizidversuch des Schiedsrichters erschüttert. Wenige Stunden vor dem Bundesliga-Spiel 1. FC Köln gegen den FSV Mainz 05 unternahm Rafati am Samstag in Köln einen Selbstmordversuch. Er wurde nach Angaben von DFB-Präsident Theo Zwanziger von seinen Schiedsrichter-Assistenen gefunden, die erste Wiederbelebungsversuche
unternahmen. Am Abend war der 41-Jährige außer Lebensgefahr.

Über die Motive herrschte Rätselraten. Das Bundesligaspiel wurde kurzfristig abgesagt. Nach Bekanntwerden des Selbstmordversuchs war DFB-Präsident Zwanziger nach Köln gefahren, um sich vor Ort zu informieren. Auf einer Pressekonferenz am Abend schilderte er dann erste Einzelheiten. Demnach wurde Rafati von seinen Assistenten in seinem Hotelzimmer aufgefunden, nachdem er nicht zu einer Besprechung erschienen war. Die Assistenten hätten vorbildlich reagiert, und es sei vor allem ihr Verdienst, dass Rafati gerettet worden sei, sagte Zwanziger.

Das Motiv für die Tat war zunächst unklar. Es seien Notizen in dem Hotelzimmer gefunden worden, die noch ausgewertet werden müssten, sagte Zwanziger. Die Kriminalpolizei ermittle. Er hoffe, dass „transparent wird, was zum Suizidversuch geführt hat, damit man ihm helfen kann“, sagte Zwanziger. Zugleich wies er darauf hin, dass der Druck auf die Schiedsrichter „aus den unterschiedlichsten Gründen ungemein hoch“ sei. „Der Druck im Leistungssport ist ungeheuer hoch - und wir schaffen es einfach nicht, das in die richtige Balance zu bringen“, beklagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Rafati pfeift seit 2005 in der Bundesliga. Sein Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse gab er bei einem Spiel Köln gegen Mainz. Rafati leitete 84-mal als Unparteiischer Spiele in der 1. Bundesliga. Zudem ist der Bankkaufmann aus Hannover seit 2008 Schiedsrichter beim Welt-Fußballverband FIFA.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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