Spieler des FSV Mainz 05
Für Addo ist ein Traum wahr geworden

Drei Kreuzbandrisse hat Otto Addo hinter sich, das Karriereende drohte dem Spieler des FSV Mainz 05. Doch für den gebürtigen Hamburger ist mit der Teilnahme Ghanas an der WM ein Traum in Erfüllung gegangen.

Nur Optimisten haben vor zwei Jahren an eine WM-Teilnahme von Bundesliga-Profi Otto Addo geglaubt. Nach drei Kreuzbandrissen drohte dem Spieler vom FSV Mainz 05 die Sportinvalidität - nun bereitet sich der gebürtige Hamburger mit WM-Neuling Ghana auf das erste Gruppenspiel am Montag gegen Italien vor. "Für mich ist ein Traum wahr geworden, denn ich war in den vergangenen Jahren sehr viel verletzt und bin einfach glücklich, dabei zu sein", sagt der Offensivmann, der am Tag des Eröffnungsspiels (9. Juni) seinen 31. Geburtstag feierte.

Addo selbst aber wurde von seiner Nominierung nicht überrascht. "Ich hatte immer Kontakt mit Leuten vom Verband. Sie haben mir versprochen, dass ich eine Chance bekomme, wenn ich fit bin", sagt er. Nach seiner dritten schweren Knieverletzung im September 2003 musste Addo über ein Jahr lang pausieren. Ans Aufgeben dachte der 1,89 m große Schlaks jedoch nie. "Meine Freunde und die Familie haben mir Mut gemacht", sagt Addo: "Ich liebe den Fußball auch viel zu sehr, um einfach aufzugeben."

Den "Black Stars" traut der elegante Techniker, der bereits für Dortmund und Hannover 96 die Fußballschuhe schnürte, bei der WM einiges zu. "Wir können die Überraschung des Turniers werden", glaubt er. Seine Einsatzchancen von Beginn an schätzt er jedoch gering ein: "Es wäre schön, wenn ich ein paar mal eingewechselt würde." Doch für Addo geht es nicht nur um Ghana, er hofft auch auf Erfolgserlebnisse der anderen vier afrikanischen Mannschaften Togo, Tunesien, Elfenbeinküste und Angola. "Wir Afrikaner drücken uns gegenseitig die Daumen, um vielleicht einen sechsten WM-Startplatz für unseren Kontinent zu erstreiten", meint er.

Dass die Weltmeisterschaft in Deutschland stattfindet, motiviert Addo zusätzlich. "Das ist eine ganz besondere Sache für mich, weil ich hier geboren und aufgewachsen bin", sagt er. Anders als für DFB-Stürmer Gerald Asamoah stand eine Länderspiel-Karriere im DFB-Trikot für Addo nie zur Debatte. "Ich fühle mich auch aufgrund meiner Hautfarbe nicht als Deutscher, sondern als Ghanaer", begründet Addo seine Entscheidung.

Für Dortmund und Mainz, wo er noch bis 2007 unter Vertrag steht, absolvierte der offensive Mittelfeldspieler insgesamt 92 Bundesligaspiele und schoss dabei elf Tore. Im Trikot von Ghana erzielte Addo in 13 Partien ein Tor. Nach überzeugenden Leistungen beim Afrika-Cup 2000 handelten ihn einheimische Medien bereits als Nachfolger des ghanaischen Fußball-Idols Abedi Pele. Im Jahr darauf bremsten ihn die Knieprobleme aus. "Wir freuen uns und haben nichts zu verlieren", sagt Addo jetzt - das gilt wohl für niemanden mehr als für ihn selbst.

© SID

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