Sponsoring Nationalmannschaft
Mercedes und VW kämpfen um Jogis Team

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VW könnte einen Interessenkonflikt lösen

Für den DFB sind derartige Sponsoring-Verträge eine extrem wichtige Einnahmequelle. Durch den Gewinn der Weltmeisterschaft und die attraktive Spielweise der deutschen Mannschaft hat der Verband die Möglichkeit, seine Einnahmen weiter in die Höhe zu treiben. Dies läge im internationalen Trend: Auch für das Sponsoring von Topklubs zahlten große Konzerne zuletzt deutlich mehr. Anders als dem Ligaverband DFL oder den Klubs selbst mangelt es dem DFB an Marken, die er lukrativ in Sponsoring-Aktivitäten ummünzen könnte.

Das liegt vor allem an Marktanteilen: Weder die Nationalmannschaft der Frauen noch die Jugendauswahlmannschaften können außerhalb großer Turniere genug Öffentlichkeitsinteresse generieren, um für hoch dotierte Partnerverträge infrage zu kommen. Auf der anderen Seite muss der DFB diese Mannschaften adäquat finanzieren.

Gerade im Jugendbereich steht ein weiterer Kostenfaktor an. Die geplante Fußballakademie in Frankfurt ist nach wie vor Zankapfel, wird aber deutlich mehr Geld verschlingen, als anfangs kalkuliert. Mehreinnahmen wären willkommen. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat allerdings die erste Kostenerhöhung einst mit einer ohnehin geplanten Erweiterung des Geländes erklärt. Ob die Mehrbelastung den finanziell recht gut ausgestatteten DFB aus der Bahn wirft, ist unwahrscheinlich Mehr Sponsoreneinnahmen könnten andernfalls jedoch auf den Amateurfußball umgelegt werden, der sich zuletzt bitterlich über Vernachlässigung beschwerte.

Aufpassen muss der DFB nur, dass er einzelnen Bundesliga-Klubs nicht ins Gehege kommt. Denn diese kooperieren ebenfalls mit Autoherstellern und beschwerten sich in der Vergangenheit bereits darüber, wenn einzelne Nationalspieler zu intensiv in Sponsoring-Aktionen des DFB einbezogen wurden.

Das Problem entsteht insbesondere dann, wenn der Verein eines Kickers eine andere Automarke bevorzugt als die Nationalmannschaft. Ein und derselbe Spieler wirbt dann womöglich im Dress des A-Teams für Marke X und im Vereinstrikot für Marke Y. Das verwässert den Werbeeffekt für alle Beteiligten. Allerdings: Auch nach Reduzierung der VW-Aktivitäten im Klub-Sponsoring ist der Wolfsburger Automobilhersteller noch bei zahlreichen Bundesligisten Partner. Bei den Mannschaften, die Stand jetzt im internationalen Wettbewerb vertreten sind, hat einzig Borussia Dortmund nicht Volkswagen oder eine Volkswagen-Tochter als Autopartner – und selbst beim BVB ist der Team-Bus von MAN.

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  • Ein schönes Bild von unserem Yogi.....ich glaube das drucke ich mir aus und hänge es zu Trump und Putin....alles echte Kerle.....

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