Sportkonzern Adidas
Goliath kämpft gegen Goliath

Für den Sportkonzern Adidas ist die Fußball-Weltmeisterschaft mehr als Geldverdienen. Vielmehr geht es um den Kampf gegen den Konkurrenten Nike. Der Erzrivale tritt nämlich an, um Adidas vom Fußball-Thron zu stoßen.

MÜNCHEN. Manche Sponsoren der Weltmeisterschaft 2006 dürfen mit ihrem Logo auf den Banden am Spielfeldrand werben, andere stellen die Autos für den Transfer vom Hotel ins Stadion oder schenken das Bier an den Kiosken aus. Für Adidas hingegen gilt das Motto: "Mittendrin statt nur dabei."

Denn der Sportkonzern ist mehr als ein Werbepartner des Weltfußballverbands Fifa. Sechs Teams werden diesen Sommer in den Leibchen der Franken antreten, die Schiedsrichter sowie unzählige Helfer werden die Marke mit den drei Streifen tragen und so für Dauer-Präsenz im Fernsehen sorgen. Dazu kommt, dass Adidas für mehr als eine Milliarde Euro Trikots, Schuhe und Bälle verkaufen will.

Die vorderste Stellung unter den Sponsoren passt zum Selbstverständnis des Sportkonzerns. "Fußball ist unser Erbgut", betont Adidas-Chef Herbert Hainer. Die Gründe dafür liegen in der Firmenhistorie, genauer im Jahr 1954. Damals spielte die deutsche Nationalmannschaft mit von Firmengründer Adi Dassler entworfenen Stiefeln die favorisierten Ungarn nieder. Seither sehen sich die Franken als natürlicher Ausrüster aller Fußballspieler dieser Erde.

Dieser Führungsanspruch hat einen weiteren Grund: "Fußball ist unsere wichtigste Produktkategorie", unterstreicht Hainer. Niemand, so die Botschaft des Managers, verkauft mehr Fußball-Artikel als Adidas. Das Problem dabei: Erzrivale Nike, der größte Sportkonzern der Welt, schert sich wenig um das Selbstverständnis der Deutschen. Die Amerikaner sind angetreten, um Adidas vom Fußball-Thron zu stoßen. "Seit wir vor zwölf Jahren in das Geschäft eingestiegen sind, haben wir unseren Fußball-Umsatz von 40 Mill. Dollar auf jetzt 1,5 Mrd. Dollar (1,2 Mrd. Euro) gesteigert", sagt Charlie Denson, Markenchef von Nike.

Diese Zahl lässt sich zwar nicht nachprüfen. Sollte sie aber stimmen, wäre der US-Konzern bereits heute deutlich größer im Fußball-Geschäft als Adidas. Der Fußball-Umsatz von Nike steht freilich in krassem Kontrast zu den Marktanteilen, die Adidas errechnet hat. Der Konzern sieht sich weltweit mit 35 Prozent vorne vor Nike mit lediglich 25 Prozent. Unabhängige Angaben gibt es keine.

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