Stanislawski vor dem Aus
Hoffenheim blamiert sich gegen Fürth

1899 Hoffenheim ist aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Die Kraichgauer verloren im eigenen Stadion gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth - und müssen sich wohl bald nach einem neuen Trainer umschauen.
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Die Tage von Holger Stanislawski als Trainer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim sind wohl gezählt. Nach der 0:1 (0:1)-Pleite im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth steht der erst im Sommer verpflichtete Ex-Coach von St. Pauli im Kraichgau vor dem Aus, nachdem Klubmäzen Dietmar Hopp nach den zuletzt schwachen Leistungen in der Bundesliga den eigenen Coach angezählt und ohne Wenn und Aber den ersten Halbfinaleinzug der Hoffenheimer im Pokal verlangt hatte. Angeblich hat 1899-Manager Ernst Tanner bereits Kontakt zu Markus Babbel aufgenommen, der im Winter Hertha BSC verlassen hatte.

Mitentscheidend für die ausufernde Krise bei Hoffenheim war der Platzverweis gegen den früheren Nationalspieler Marvin Compper in der 36. Minute. Der Abwehrspieler hatte sich nach einem Schubser gegen Christopher Nöthe nicht im Griff und leistete sich während der anschließenden Rudelbildung noch einen Wischer in das Gesicht von Stephan Fürstner, was von Schiedsrichter Marco Fritz aus Korb zu Recht mit der Roten Karte geahndet wurde. Wenig später machte Torjäger Olivier Occéan (44.) die erste Halbfinalteilnahme der Gäste perfekt, die in der Runde zuvor den fränkischen Lokalrivalen 1. FC Nürnberg aus dem Wettbewerb geworfen hatten.

Dabei hatte Hoffenheim vor 14.000 Zuschauern den besseren Start. Stanislawski, der vor dem Anpfiff noch mit aufmunternden Sprechchören von den eigenen Fans gefeiert worden war, konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft lange Zeit zufrieden sein, zumal sich seine personellen Maßnahmen zunächst positiv auswirkten. Der 1899-Coach hatte seine Startelf gegenüber dem 2:2 gegen Aufsteiger FC Augsburg am vergangenen Wochenende auf drei Positionen verändert. Sejad Salihovic, Ryan Babel und Knowledge Musona mussten sich beim Anpfiff mit einem Platz auf der Bank begnügen. Dafür spielten Edson Braafheid, Wintereinkauf Srdjan Lakic und Tobias Strobl, der sein Profidebüt feierte, von Beginn an.

Vor allem der 21-jährige Strobl machte im defensiven Mittelfeld eine gute Partie und leitete zudem immer mal wieder gute Angriffe der Gastgeber ein, die in der 24. Minute durch Peniel Mlapa ihre beste Möglichkeit vergaben.

Für Aufstiegsaspirant Fürth, der von über 4000 mitgereisten Fans angefeuert wurde, hatte Occéan nach einer halben Stunde eine gute Gelegenheit vergeben, ehe er nach dem Platzverweis einen tollen Pass von Thomas Kleine zu seinem zweiten Treffer im aktuellen Pokal-Wettbewerb nutzte. Zu diesem Zeitpunkt wirkte auch schon der im Winter verpflichtete Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah mit, der in der 42. Minute für den angeschlagenen Nöthe eingewechselt worden war und so sein Debüt im Kleeblatt-Trikot feierte.

Nach dem Seitenwechsel mühten sich die Hausherren nach Kräften, aber gegen die gute Defensive der Franken war einfach kein Durchkommen. Fürth verlegte sich auf Konter und hatte in einer teilweise hitzigen Begegnung hin und wieder auch das Glück auf seiner Seite. Beste Hoffenheim waren mit Abstrichen Strobl und Jannik Vestergaard, bei Greuther Fürth ragten Heinrich Schmidtgal und Sercan Sararer heraus.

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