Fußball
"Tiger Effe" fährt noch einmal die Krallen aus

Stefan Effenberg möchte heute zum Karriere-Abschluss noch einmal einen neuen persönlichen Rekord aufstellen: "Ich möchte etwas schaffen, was mir als Profi nie gelang: drei Tore", so der "Tiger" vor seinem Abschiedsspiel.

Die Bühne ist bereitet zur letzten Jagd des "Tigers": In seinem Abschiedsspiel im Mönchengladbacher Borussia-Park will Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg sein letztes Ziel als Fußballer erreichen. "Ich möchte etwas schaffen, was mir als Profi nie gelang: drei Tore", sagt "Effe" vor der Partie am heutigen Freitagabend (19.15 Uhr/live im DSF). Allerdings sollen seine Fans - mehr als 30 000 Karten gingen im Vorverkauf weg - "kein normales Spiel, sondern viel Show drumherum" erleben.

Mehr als "nur" ein Fußballer

Schließlich war Effenberg in seiner Karriere immer ein bisschen mehr als "nur" ein Fußballer. Ein Typ mit Ecken und Kanten, bei dem Triumphe und Skandale sich abwechselten, geliebt oder gehasst, aber aufgrund seiner Leistung von den meisten respektiert. Der 36-Jährige überstand die "Stinkefinger"-Affäre bei der WM 1994 in den USA mit dem anschließenden Rauswurf aus der Nationalmannschaft genauso wie 1999 die Niederlage mit Bayern München im Champions-League-Finale von Barcelona. Er revanchierte sich mit dem Triumph in der Königsklasse 2001, und den Mönchengladbacher Fans ist er immer noch als jener Spieler in Erinnerung, der die Borussia 1995 beim Pokalsieg zum bislang letzten Titel führte.

"Gladbach ist Herz, München ist Erfolg"

Zu Mönchengladbach hat der gebürtige Hamburger eine ganz besondere Besziehung, deshalb hat er sich auch den Borussia-Park als Ort für seinen Abschied ausgesucht. "Hier habe ich meinen ersten Profivertrag bekommen, mein erstes Bundesligaspiel gemacht. Hier sind meine Kinder geboren, und hier soll sich der Kreis schließen", sagt Effenberg: "Gladbach ist Herz, München ist Erfolg." 1986 kam der damals 18-Jährige von Viktoria Hamburg zur Borussia und avancierte in vier Jahren zu einem gestandenen Bundesliga-Profi. Es folgten zunächst der Wechsel zu den Bayern sowie nach der EM 1992 das Abenteuer Italien mit zwei Jahren beim AC Florenz, einem davon sogar in der zweiten Liga.

1994 holte ihn der damalige Gladbacher Manager Rolf Rüssmann in einer spektakulären Aktion zurück an den Bökelberg und leitete damit eine Erfolgsphase ein. Effenberg ließ sich das Bild eines Tigerkopfes ins Haar färben und führte das Team um Patrik Andersson, Martin Dahlin und Heiko Herrlich zweimal in den Uefa-Cup sowie 1995 zum DFB-Pokalsieg.

Bis zum Abstieg 1998 blieb er Gladbach treu, bevor er sich noch einmal bei den Bayern versuchte. Diesmal mit mehr Erfolg: dreimal wurde er unter Ottmar Hitzfeld Meister, einmal Pokalsieger, er holte die Champions League und den Weltpokal, bevor er 2002 für Michael Ballack Platz machen musste. Nach einem ebenso spektakulären wie kurzen Gastspiel beim VfL Wolfsburg und insgesamt 370 Bundesliga-Spielen (71 Tore) ließ der 35-malige Nationalspieler seine Karriere schließlich in der Wüste von Katar ausklingen.

Viele seiner Weggefährten und Freunde hat Effenberg nun zu seinem Abschied eingeladen, und fast alle kommen. Tennis-Star Boris Becker, Oliver Kahn, Bixente Lizarazu oder Mehmet Scholl aus seiner Münchner Zeit, die Ex-Gladbacher Andersson, Dahlin, Christian Hochstätter und Uwe Kamps - und nicht zu vergessen viele frühere Nationalspieler und Weltmeister von 1990 wie Rudi Völler, Jürgen Kohler, Andreas Brehme, Thomas Häßler, Stefan Reuter und Andreas Möller. Absagen aus Termin-Gründen gab es nur von Lothar Matthäus, Mario Basler und Michael Stich. Offen war lange Zeit der Auftritt des argentinischen Torjägers Gabriel Batistuta. Betreut werden das "Tiger Team" und das "Team of the Heroes" von Bernd Krauss und Friedel Rausch sowie von Ottmar Hitzfeld und Michael Henke.

Für seinen Abschied von den Fans hat sich Effenberg noch ein paar Bonbons ausgedacht. Bei einem Shoot-out vor dem Spiel kann man eine Reise in seine neue Heimat Florida inklusive Abendessen mit "Effe" gewinnen. Nach dem Abpfiff soll außerdem eine große Party steigen.

© SID

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