Transferpoker mit Barcelona
Warum der BVB für Dembélé 200 Millionen verlangen kann

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Watzke muss mehr fordern von Barcelona

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc wissen um die Zwickmühle. Sie müssen im Sinne ihrer Aktionäre und des künftigen sportlichen Erfolgs daher an diesem Wochenende die Lage neu bewerten. Das Ergebnis kann an diesem völlig überhitzten Markt nur lauten: Die Forderungen für Dembéle in der nächsten Poker-Runde zu erhöhen.

Das wird Barcelona sicher nicht gefallen: Die Spanier werden schlucken, sie werden vielleicht wüten. Doch letztlich sind das die neuen Bedingungen am Transfermarkt. Wenn sie Dembélé sofort wollen, müssen sie ganz tief in die Tasche greifen. Das kindische Verhalten des Spielers selbst, spielt den Borussia-Bossen dabei in die Karten, weil sie es als Argument in den Verhandlungen nutzen können.

Steckt nicht vielleicht sogar Barcelona dahinter? Wollen die Spanier mit schmutzigen Tricks über die Berater den BVB weich kochen? Diese Fragen muss Watzke in der nächsten Runde des Dembélé-Pokers natürlich stellen. Die Spanier werden sicher entrüstet reagieren und vielleicht beleidigt abreisen. Gut für den BVB: Erneut würde Barca so wertvolle Zeit verlieren für den Deal.

Der BVB dagegen kann warten: Wenn Dembélé dieses Mal nicht über den Ladentisch geht, dann eben nächstes Jahr. Schließlich bringt den Aktionären ein schneller Deal mittelfristig gar nichts, wenn er zulasten des sportlichen Erfolgs erkauft würde. Und überdies ein Ersatz für Dembélé völlig überteuert eingekauft werden müsste.

An dieser Einschätzung ändert auch das bockige Verhalten des Spielers nichts. Der junge Mann muss einsehen, dass er falsch beraten wurde. Und als Profi wird er seine Leistung garantiert wieder abrufen – wo auch immer. Gute Nerven hat er ja bereits bewiesen. Überdies will der Franzose hoch hinaus in der Fußballwelt, das schafft er nicht von der Tribüne aus.

Dembélé verhält sich mit seinem Trainingsboykott vom Donnerstag wie ein trotziges Kind, das die Regeln des Profi-Fußballs nicht begriffen hat. Die BVB-Verantwortlichen werden es ihm sicher erklären. Dass sie im Zweifel auch hart bleiben können, hat ja das Beispiel des Polen Robert Lewandowski gezeigt, der ebenfalls seinen frühen Wechsel zum FC Bayern erzwingen wollte.

An Lewandowski sollte sich Dembélé ein Beispiel nehmen. Der Pole spielte großartig in seiner letzten Saison für Borussia und ist bei den Bayern zum Weltstar gereift. Das kann Dembélé auch, selbst wenn er später als gewünscht wechselt. Und: Wenn er in dieser Saison seine Leistung erneut abruft, werden ihm auch die (meisten) BVB-Fans sein kindisches Verhalten schnell verzeihen.

PS: Bis Ende August bleibt es noch spannend in diesem grandiosen Fußballpoker. Fortsetzung folgt garantiert.

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