Verfassungsschutz will 220 000 Personen überprüfen
Fifa sieht Journalisten als Sicherheitsrisiko

Die Personenüberprüfung der Fifa für die WM stößt auf scharfe Kritik beim Journalistenverband. Neben den Medienvertretern sollen auch Volunteers und Putzkräfte von den zuständigen Behörden überprüft werden.

HB MüNCHEN/HANNOVER. Auf scharfe Kritik ist beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV) die geplante Personen-Überprüfung bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland gestoßen. Es gehe nicht an, dass Journalisten von Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz überprüft würden, bevor sie aus dem Stadien berichten dürfen. "Dieses Verfahren entbehrt jeder Grundlage und jeder Berechtigung", sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken am Montag.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" müssen alle Personen überprüft werden, die während des WM-Turniers in den Stadien beschäftigt sind. Die Maßnahme erfolge zum Schutz vor Terroranschlägen. Betroffen sind laut "Focus" 220 000 Personen, darunter Journalisten, Putzkräfte, freiwillige Helfer und Spieler. Sie werden auf drei Seiten über das Akkreditierungsverfahren des Weltverbandes FIFA aufgeklärt.

Das FIFA-Organisationskomitee bestätigte dem DJV auf Nachfrage, dass sich die Berichterstatter bei der Akkreditierung damit einverstanden erklären müssen, dass ihre persönlichen Daten "dem Bundeskriminalamt und der Bundespolizei zur Durchführung einer Zuverlässigkeitsprüfung elektronisch zur Verfügung gestellt werden".

"Ich kritisiere, dass die WM-Veranstalter die Journalistinnen und Journalisten als Sicherheitsrisiko und nicht als Partner sehen", sagte Konken. Der Sprecher des WM-Organisationskomitees, Jens Grittner, bezeichnete die Überprüfungen als eine normale Sicherheitsvorkehrung, die bei internationalen Turnieren üblich sei.

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