VfB Stuttgart
Abstiegskampf morgen, "Königsklasse" heute

Der neue Trainer will auf Anhieb Großes vollbringen. Vier Tage nach seiner Vorstellung hat Christian Gross mit dem VfB Stuttgart schon ein Millionen-Spiel vor der Brust, und so lautet seine Devise: Abstiegskampf in der Bundesliga ist morgen, heute ist Königsklasse. "Am Mittwoch", bekräftigte der Schweizer, "möchte ich zu allererst in der Champions League gewinnen. Darauf liegt der Fokus." Denn dort könnten Gross und der VfB zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Gewinnen die schwer angeschlagenen Stuttgarter ihr letztes Gruppenspiel zu Hause gegen den rumänischen Meister Unirea Urziceni (20.45 Uhr/live bei Sky und Sat.1), dann "würde uns das einen Schub für die Bundesliga geben", sagte Gross. Deshalb wünscht er sich von seiner Mannschaft: "Überzeugung, Willenskraft und Spielfreude." Der neue Mannschaftskapitän Mathieu Delpierre ergänzte: "Wir wollen für die Fans gewinnen."

Stuttgart muss siegen

Mit einem Sieg, aber auch nur mit einem Sieg, zieht der VfB (6 Punkte) noch an Urziceni (8 Punkte) vorbei und ins Achtelfinale der Champions League ein. Zu den bisher knapp 19 Mill. Euro kämen weitere garantierte drei Mill. dazu. Ansonsten bleiben dem VfB für die gesicherte Teilnahme an der Runde der letzten 32 in der Europa League nur 300 000 Euro.

Im europäischen Geschäft bleiben die Stuttgarter auf jeden Fall, Gross aber geht es erst mal um den Erfolg der Mannschaft und damit um das Seelenheil der Spieler. "Erst wenn man gewinnt, macht es wieder Spaß", glaubt der 55-Jährige. So gesehen ist die Saison des VfB eine Spaßbremse: In der Bundesliga gelangen in 15 Spielen nur zwei Siege, aber seit nunmehr acht Spielen keiner mehr. In der Champions League gab es immerhin den einen wichtigen Sieg vor zwei Wochen bei den Glasgow Rangers (2:0).

Kuzmanovic gegen Urziceni fraglich

Bleibt zunächst die Frage, was Gross bis zum Anpfiff groß bewirken kann. "Ich will am Mittwoch gewinnen, und wie er uns da hinkriegt, dass wir gewinnen, ist mir eigentlich Wurst", erklärte Torhüter Jens Lehmann in einem Interview mit Sky. Viel zu machen, glaubt der 40-Jährige, sei in der Kürze der Zeit nicht, "aber ich hoffe, dass er dann wenigstens Glück hat." Glück, das Babbel auch nicht mehr hatte. Glück, dass die Abwehr diesmal keinen Blackout hat, dass vorne wer auch immer trifft.

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