Von Flaschen werfenden Journalisten
Die WM-Splitter am 22. Juni

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter des Donnerstags zusammengefasst. Mit dabei: Ungewöhnliche Frisuren sind während der WM der Renner, eine schaffte es sogar in den niedersächsischen Landtag.

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter des Donnerstags zusammengefasst.

Kopfschmuck: Auch im niedersächsischen Landtag regiert in diesen Tagen der Fußball. Besonderes Aufsehen erregte bei einer Plenarsitzung in Hannover der CDU-Abgeordnete Wittich Schobert. Der 35-Jährige erschien mit einer auf dem Hinterkopf eingefärbten Deutschland-Flagge im Landesparlament.

Rasen: Nach den vielen Beschwerden über den Zustand des Rasens in den zwölf WM-Arenen gab es von tunesischer Seite nun ein dickes Lob. Allerdings schwärmte Verbandspräsident Hamouda Ben Amman nicht von einem der Stadien, sondern vom Trainingsrasen im Berliner Friedrich-Jahn-Sportpark, der eigens vor zwei Wochen verlegt worden war. "Der Untergrund ist wie ein Teppich", sagte Ben Amman. Das Geläuf war von einer bayerischen Firma für knapp 50 000 Euro neu verlegt worden. Seitdem hatten die Verantwortlichen mit Argusaugen darüber gewacht, dass niemand den Rasen betritt.

Banküberfall: Der Boom mit den Deutschland-Fahnen hat nun auch das kriminelle Milieu erreicht. Mit schwarz-rot-goldener Maskerade überfielen am Mittwoch drei Männer eine Bank im Berliner Stadtteil Tempelhof. Von den Gängstern und der Beute fehlt noch jede Spur, zurzeit scheint es im Fußball-verrückten Deutschland keine bessere Tarnung zu geben als Fanartikel.

Schlechtes Vorbild: Beim abschließenden Gruppenspiel der Gruppe C zwischen der Elfenbeinküste und Serbien und Montenegro hat eine Entscheidung von Schiedsrichter Marco Rodriguez die ivorischen Medienvertreter verärgert. Über einen vermeintlich zu Unrecht verweigerten Strafstoß war einer der Journalisten derart sauer, dass er eine Wasserflasche auf das Feld schleuderte. Wer der Flaschenwerfer war, konnte bislang nicht geklärt werden, im Falle seiner Identifizierung droht ihm der Entzug seiner Akkreditierung. Zudem wird es in der WM-Arena in München ab dem nächsten Spiel keine Getränke in Flaschen mehr geben.

Deutschkurs: Beim Spiel gegen Argentinien waren schon mindestens 20 000 Niederländer im Stadion, mehrere tausend verfolgten das Spiel beim Public Viewing in Frankfurt/Main. Nach dem Einzug ins Achtelfinale wird ein weiterer Ansturm erwartet. Der niederländische Fußball-Verband Knvb hat sich schon darauf eingestellt und auf seiner Internetseite einen Deutschkurs in 14 Teilen zum Download bereitgestellt.

Geheimnis: Chefkoch Jung Ji-Choon ist das Erfolgsgeheimnis der südkoreanischen Nationalmannschaft. Er verwöhnt die Spieler im Grandhotel Schloss Bensberg mit Speisen aus der Heimat, obwohl Küchenchef Joachim Wissler vom Michelin-Führer drei Sterne für seine Künste am Herd erhalten hat und als "Koch des Jahres 2005" ausgezeichnet worden ist. Stürmer Seol Ki-Hyeon freut sich über die Auswahl: "So können wir zwischen dem koreanischen Essen und westlichen Gerichten wählen."

Gestohlen: Jens Lehmann wurde ausgetauscht: Nicht im Tor der deutschen Nationalelf, sondern auf dem Schillerplatz in Kaiserslautern. Am Donnerstag wurde eine lebensgroße Holzfigur des Torhüters aufgestellt, nachdem Diebe die alte Figur in der Nacht zum Mittwoch gestohlen hatten. Die Auswertung der Überwachungskamera hat ergeben, dass Lehmann zunächst von einer Person abmontiert wurde. 20 Minuten später fanden Fans aus Trinidad und Tobago die Figur und befestigten sie wieder. Beim zweiten Versuch wurde Lehmann endgültig von Unbekannten entwendet.

KÖNiglicher Besuch: König Juan Carlos I. von Spanien und Königin Sofia werden am Freitag das abschließende Vorrundenspiel der Iberer gegen Saudi-Arabien in Kaiserslautern besuchen. Wie die Staatskanzlei mitteilte, wird das sportbegeisterte Königspaar gegen 14.45 Uhr auf dem Flughafen Ramstein landen. Dort werden Ministerpräsident Kurt Beck und Oberst Richard C. Johnston, der Standortkommandant der Militärgemeinde Kaiserslautern, die Gäste begrüßen.

Unehelicher Sohn: Die Kreativität der englischen Fußball-Fans kennt auf der Suche nach WM-Karten offenbar keine Grenzen. Vor dem Spiel gegen Schweden lief ein Fan über den Kölner Domplatz und hielt ein Schild in die Höhe, auf dem stand: "Ich bin Rooneys unehelicher Sohn. Ich brauche ein Ticket, um Papa spielen zu sehen." Ob der Fan, der mindestens zehn Jahre älter ist als Wayne Rooney, mit seiner herzzereißenden Bitte Erfolg hatte, ist nicht bekannt.

© SID

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