Weltfußballer-Wahl
Lewandowski stört Bayern-Harmonie und bereut

Die Wahl von Ronaldo zum Weltfußballer ist in Deutschland ein Aufreger. Vor allem bei Bayern München. Dabei stimmten Fußballkenner wie Robert Lewandowski doch nur für ihre Lieblinge. Was hinter dem Ballon d'Or steckt.
  • 0

DüsseldorfDer glatt gegelte Goalgetter aus Madrid darf sich nach dem gestrigen Abend zum dritten Mal Fifa-Weltfußballer des Jahres nennen. Insgesamt erhielt Ronaldo 37,66 Prozent der zu vergebenden Punkte, die von mehr als 500 Wahlberechtigten verteilt worden waren. Insbesondere in Deutschland ist die Aufregung darüber groß.

Verdiente Fußballhelden wie Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge und der WM-Kapitän Philipp Lahm machten ihrem Ärger Luft und beschrieben die Wahl als „ungerecht“. Selbst der sonst so unparteiische Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich „enttäuscht“.

In der Diskussion stach ein ungewöhnlicher Kommentator heraus: Arjen Robben. Der niederländische Linksaußen des FC Bayern, der auf dem Spielfeld bereits mehr als ein Mal zum Hitzkopf mutierte, fand weise Wort: „Ich hätte es Manuel gegönnt, er hätte es verdient, aber du bist abhängig von den Leuten, die wählen.“ Doch wer sind diese „Leute“ überhaupt?

Die Liste der Wahlberechtigen ist 17 Seiten lang: Insgesamt wählen den Fifa-Kicker des Jahres über 500 Menschen aus der ganzen Welt. Die Kapitäne und Trainer der Nationalteams und je ein Journalist von Afghanistan bis Zypern. Darunter sind so Exoten wie Pieternella Ingomar, der Nationalcoach von Curaçao, oder der vietnamesische Kapitän Le Tan Tai. Die Wahlberechtigten durften zwischen drei Plätzen entscheiden. Der Erste bekam fünf Punkte, der Zweite drei Punkte und der Dritte nur einen.

Die „Wähler“ konnten bei der Abstimmung aus einer Liste der Fifa auswählen, den Nominierten. Darin tauchten neben CR7, Messi und Neuer auch viele andere Fußballer auf, die im vergangenen Jahr durch herausragende Leistungen aufgefallen waren, etwa Arjen Robben, Bastian Schweinsteiger, Neymar, Yaya Touré oder James Rodriguez.

Interessant und ein Politikum ist nun in manchen Fällen, wer wen wählte. So geriet Neuers Teamkollege bei den Bayern, Robert Lewandowski, gleich in die Enge, weil er als Kapitän von Polen Ronaldo auf eins setzte, aber Neuer nur auf zwei und den neuen deutschen Nationalkapitän Schweinsteiger auf den dritten Platz. Am Tag nach der Gala entschuldigte sich der polnische Nationalkapitän dafür und bekräftigte: Neuer wäre die bessere Wahl gewesen. Enschuldigen für sein Abstimmungsverhalten will er sich jedoch nicht, wie „Bild“ berichtete.

Schweinsteiger dagegen setzte ganz auf seine Kollegen. Er platzierte die Bayern-Spieler Philipp Lahm und Thomas Müller auf Rang zwei und drei. Fünf Punkte vergab er an Manuel Neuer, vielleicht auch, weil er ihm damals die besten Chancen bei der Weltfußballer-Wahl einräumte.

Seite 1:

Lewandowski stört Bayern-Harmonie und bereut

Seite 2:

Deutsche Trainer im Ausland wählten Neuer

Kommentare zu " Weltfußballer-Wahl: Lewandowski stört Bayern-Harmonie und bereut"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%