Wirtschaft setzt große Erwartungen in WM
Wachstumspille Fußball

In der Wirtschaft leckt man sich schon heute die Finger: Die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr verspricht dicke Einnahmen.

HB BERLIN. Das Hotel "Adlon" in Berlin hat für die gesamte Turnierzeit zwischen 9. Juni und 9. Juli 2006 kein einziges Zimmer mehr frei. In den Werbepausen der "Sportschau" machen sich die Sponsoren bereits mit teuer bezahlten Spielern, Trainern und Teammanagern Konkurrenz. Und bei C&A gibt es T-Shirts mit WM-Logo schon zum Schnäppchenpreis. Vom größten Sportereignis, das es in Deutschland je gegeben hat, will die Wirtschaft kräftig profitieren.

Zwar versichern alle, dass die Weltmeisterschaft keineswegs zum "Kommerz-Kick" verkommen soll. Aber fest steht, dass das Mega-Event mit seinem Milliardenpublikum rund um den Globus für einen Geldsegen sorgen wird. Die 15 Top-Sponsoren - darunter Weltkonzerne wie adidas, Coca-Cola und McDonald's - haben sich die Vermarktungsrechte vom Weltfußball-Verband FIFA nicht umsonst jeweils rund 40 Mill. ? kosten lassen. Am größten aber sind die Erwartungen naturgemäß im Gastgeberland.

In dieser Zeit von Massenarbeitslosigkeit und Konjunkturschwäche soll der Fußball zur Wachstumspille werden. Die Experten haben ausgerechnet, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) durch die WM alles in allem um knapp einen Prozentpunkt wachsen könnte - durch Bauaufträge für Straßen und Stadien von mehr als sechs Mrd. ?, durch eine Million WM-Touristen aus dem Ausland und auch, weil die Bundesbürger in WM-Laune hoffentlich mehr Geld ausgeben: Auf rund drei Mrd. ? wird der zusätzliche private Konsum geschätzt.

Zumindest für einige Wochen sollen bis zu 100 000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. "Das werden vielfach Jobs wie Eis- oder Bierverkäufer sein", sagt Wirtschaftswissenschaftler Bernd Frick von der Privat-Uni Witten/Herdecke. "Aber in der jetzigen Situation ist es schon gut, wenn ein paar Tausend vorübergehend in Arbeit sind." Neue Stellen wird es auch bei Reinigungsfirmen, bei Sicherheitsdiensten sowie in Gaststätten und Hotels geben.

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