WM-Macher: Hans-Georg Ulrichs, Fußball-Pfarrer der Evangelischen Kirche
Himmlischer Beistand für das Fußball-Fest

Mit der Abseitsregel und den verschiedenen Fangesängen kennt sich Hans-Georg Ulrichs mindestens genauso gut aus wie mit der Schöpfungsgeschichte und den zehn Geboten. Ulrichs bekleidet vor und während der WM die Position des Fußball-Pfarrers, sorgt also für eine Verbindung zwischen dem runden Leder und der Kirche. Und diese Kombination ist nichts ungewöhnliches, schließlich verfügen sogar das legendäre "Camp Nou" in Barcelona als auch die moderne Arena AufSchalke bereits ein Gotteshaus, das Platz für den "inneren Zweikampf" lässt.

HB KARLSRUHE. Wenn Hans-Georg Ulrichs von Fußball redet, beginnen seine Augen zu leuchten. Stundenlang könnte er von Spielen erzählen, die er nie vergessen wird. Ob Deutschlands "Triumph von München" im Endspiel der WM 1974 oder der Sieg der deutschen Elf bei der EM in England 1996: Ulrichs hat alle Ereignisse vor Augen. Und seine Begeisterung für die Kicker ist ansteckend. Deshalb ist der Stadtpfarrer von Karlsruhe-Durlach nach Ansicht der Kirche genau der Richtige für das neue Amt als "Fußball-Pfarrer".

Für die WM 2006 wird Ulrichs im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) deren Aktivitäten vorbereiten und sie mit der katholischen Kirche koordinieren. Auf katholischer Seite ist sein "Kollege" Hans-Gerd Schütt, geistlicher Bundesbeirat des katholischen Sportverbands Deutsche Jugendkraft (DJK), für die WM zuständig. Mit ihm plant Ulrichs gemeinsame ökumenische Gottesdienste zu Beginn und am Ende der WM. "Ein Traumjob - wie ein Stammplatz bei Real Madrid", sagt er dazu.

Ulrichs fasziniert am Fußball vor allem das zweckfreie Spielen. Das sei überhaupt das Schönste am Leben. Er mag am liebsten "intelligenten Fußball", wenn schnell und offensiv gespielt wird. Für Ulrichs soll deshalb die Mannschaft gewinnen, die am besten spielt. "Fußball ist einfach und trotzdem komplex, das macht ihn so faszinierend, rund um die Welt", erklärt der Sportfan.

Auch die Kommunikation sei beim Spiel immer wichtig. "Sowohl zwischen den Spielern als auch mit dem Gegner." Und dann ist da noch der Ball, der ja bekanntlich rund ist: Nicht nur für Ulrichs ist das Leder die vollendete Form. Privat spielt der gebürtige Ostfriese auch schon mal in der Wohnung mit seinen zwei Kindern Fußball, aber auch Handball oder Tischtennis interessieren ihn. Als Kind und Jugendlicher wurde er vor allem im Angriff eingesetzt, "weil ich so schnell war oder bin".

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