WM-Macher: Hartmut Stahl, Chemiker
Erst die Show – dann die Umwelt

Wenn Chemiker Hartmut Stahl vom Öko-Institut in Darmstadt von "sauberen Spielen" bei der Fußball-Weltmeisterschaft spricht, geht es ihm nicht um Doping oder Fouls.

HB DARMSTADT. Stahl hat das Weltklima im Blick, das unter solchen Großveranstaltungen leidet: 64 Spiele in zwölf Städten mit mindestens 3,2 Millionen Zuschauern bedeuten jede Menge Autoverkehr, Müll, Abwasser und Stromverbrauch. Umgerechnet in die Währung der Umweltschützer fallen dadurch rund 100 000 Tonnen Kohlendioxid an.

Diesen Wert will das WM-Organisationskomitee neutralisieren. Dafür hat es das Projekt "green goal" (grünes Tor) ins Leben gerufen und damit das Öko-Institut mit Sitz in Darmstadt, Freiburg und Berlin beauftragt. Dessen Fachleute suchen mit den WM-Stadion-Betreibern nach Möglichkeiten, Energie und Wasser zu sparen sowie Müll zu vermeiden. Daneben laufen Programme zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) sowie die Unterstützung von Umweltschutzprojekten in Indien und Südafrika. Die dort erzielten Einsparungen sollen mit den Mehrbelastungen der WM aufgerechnet werden.

"Das ist das erste Mal, dass eine Fußball-Weltmeisterschaft möglichst klimaneutral organisiert wird", sagt Stahl. Vorbild dafür seien die Olympischen Spiele in Sydney. "Allerdings waren dort die Bedingungen günstiger, da viele Gebäude neu und an einem zentralen Platz gebaut wurden." Bei der WM sind dagegen viele Partner mit im Spiel, und die meisten Stadien stehen bereits.

Das Engagement kann aber über eine Regel nicht hinwegtäuschen: Erst kommt die Show, dann die Umwelt. "Natürlich wäre es energiepolitisch am sinnvollsten, die Spiele tagsüber auszutragen, aber das ist nicht durchsetzbar", weiß Stahl. Selbst die Verhandlung über Energie sparende Flutlichtanlagen wird erschwert, weil die Fernsehsender mehr Licht fordern.

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