WM-Macher: Peter Rettig, Coca-Cola-Manager
Für den Brausehersteller immer am Ball

Der Mann ist bei einem Weltkonzern für das größte Fußball-Ereignis zuständig, das es in Deutschland auf absehbare Zeit geben wird. Doch das erste, was im Büro von Coca-Cola-Manager Peter Rettig auffällt, ist die Erinnerung an eine der schlimmsten Niederlagen Fußball-Deutschlands: schwarze Socken, in die die Zahlenkombination 1:5 eingestrickt ist - das Ergebnis, mit dem sich die Nationalmannschaft am 1. September 2001 im Münchner Olympiastadion England geschlagen geben musste.

HB BERLIN. Die Billigsocken bekam der Coke-Hauptverantwortliche für die WM 2006 von einem Kollegen geschenkt. Der Blickfang an der Schreibtischlampe ist für den 42-Jährigen eine Mahnung, dass auch für einen Favoriten der Auftritt im eigenen Land zum Debakel werden kann. Dabei kann für Coca-Cola kaum etwas schief gehen: Der Konzern ist seit der ersten WM 1930 bei jeder Weltmeisterschaft als Getränkelieferant dabei, seit 1974 auch als offizieller Sponsor.

Die Vermarktungsrechte für die WM 2006 haben sich die Amerikaner rund 40 Millionen Euro kosten lassen. Mindestens ebenso viel, so schätzen Experten, kommen an Ausgaben für Werbung und Marketing hinzu. Nach Rettigs Einschätzung lohnt sich das viele Geld. "Fußball steht für Werte wie Optimismus, Gemeinschaft, Dynamik. Das alles passt hervorragend zu unserer Marke." Dabei geht es nicht nur um einen höheren Getränkeabsatz im WM-Jahr, sondern auch um langfristige Markenbindung. "Wir wollen, dass Coca-Cola als Fanpartner Nummer eins wahrgenommen wird."

Die Millionen sind aber auch erforderlich, damit sich der Brausehersteller im Aufmerksamkeits-Wettbewerb gegen die anderen Sponsoren durchsetzen kann. Offiziell gibt es bei der WM 21 nationale und internationale "Förderer". Hinzu kommen vermutlich noch einige hundert andere Firmen, die versuchen, mit der WM Geld zu machen. "Aber davon kommen höchstens 15 durch. Und wir werden dabei sein", ist sich Rettig gewiss.

Als "General Manager 2006 Fifa World Cup" hat der Brillenträger heute 57 Mitarbeiter. In einem halben Jahr werden es 350 sein. Seine WM-Crew mit Sitz in der Berliner Deutschland-Zentrale ist für die Werbespots mit Michael Ballack ebenso zuständig wie für die Auftritte bei den 64 WM-Spielen, die Übertragungen auf Groß-Leinwände im ganzen Land und die Verteilung der 12 000 WM-Tickets, die der Konzern von der Fifa bekommen hat.

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