WM-OK prüft Wunschliste
WM-Freikarten für zahlreiche Politiker

Zahlreiche Politiker werden bei der Fußball-Weltmeisterschaft mit Freikarten für alle 64 Spiele versorgt. Laut einem Protokollkonzept des Bundesinnenministeriums stehen insgesamt 79 Politikern, Behördenchefs und Verfassungsrichtern bis zu zwei kostenlose Ehrenkarten zu. Dies bestätigte ein Sprecher des Ministeriums am Montag in Berlin.

HB BERLIN. Anspruchsberechtigt sind neben Bundespräsident Horst Köhler, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Kanzlerin Angela Merkel, Bundesratspräsident Peter-Harry Carstensen auch der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier sowie alle Bundesminister. Daneben können die Chefs des Bundespräsidialamts und des Bundespresseamts sowie alle 16 Ministerpräsidenten dem Konzept zufolge VIP-Karten bestellen. Dazu kommen alle Fraktions- und Parteivorsitzenden der Bundestagsparteien, die Vizepräsidenten des Bundestags und des Bundesverfassungsgerichts sowie die Präsidenten aller 16 Landtage und die Stadtoberhäupter der zwölf Austragungsorte.

Der Sprecher des Innenministeriums meinte, dass sich die Liste "auf das Notwendige" beschränke. Schließlich müssten wegen der föderalen Struktur Deutschlands die 16 Länder einbezogen werden. Bei der Liste handele es sich um eine Empfehlung an das WM-Organisationskomitee (OK), "wen es protokollarisch berücksichtigen kann und soll".

Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, die 31 Gastmannschaften reisten teils mit hochrangingen Staatsvertretern zu den Spielen an; sie müssten daher auch entsprechend empfangen werden. Bundeskanzlerin Merkel habe die Erwartung geäußert, dass der Staat bei jedem Spiel "angemessen" vertreten sein solle. Im übrigen gehe er davon aus, dass die Berechtigten mit Augenmaß von den Ehrenkarten Gebrauch machten und nur Spiele besuchen, zu denen sie einen regionalen oder sonstigen inhaltlichen Bezug haben.

Der Sprecher des WM-OK in Frankfurt, Jens Grittner, sagte, eine Platzreservierung für Staats- und Ehrengäste bei Länderspielen sei normal. Die Liste mit den Empfehlungen des Innenministeriums werde derzeit mit der Protokollarabteilung des OK abgestimmt. "Ich sehe hier keinen Grund zur Aufregung", betonte er. Im übrigen seien bei jedem Spiel 600 der besten Plätze für Medienvertreter reserviert, gab Grittner zu bedenken.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte: "Ich habe das Angebot bekommen, als Ministerpräsident an Spielen teilnehmen zu können, werde das aber ausschließlich bei den Spielen in Hannover tun, wohin wir gerade Vertreter der Länder einladen, die bei uns spielen werden." Dies seien fünf Spiele in Hannover, und es sei natürlich sinnvoll, "dass man dann die Kollegen aus Polen, aus Angola, aus Costa Rica und anderen Staaten einlädt auf die fünf Freikarten, die die Landesregierung hat". Angebote, Karten kaufen zu können für einen überschaubaren Kreis, habe die Landesregierung abgelehnt, sagte Wulff.

Laut "Bild"-Zeitung steht in dem Konzept des Ministeriums: "Bei allen Spielen der deutschen Nationalmannschaft ist in jedem Fall die Präsenz eines Mitglieds der Bundesregierung sicherzustellen, bei allen anderen Spielen wäre eine derartige Präsenz wünschenswert."

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