WM-Quartier: Elfenbeinküste
Die Elfenbeinküste liegt am Rhein

Niederkassel-Uckendorf freut sich auf die Elfenbeinküste: In dem 1.030-Einwohner-Dörfchen zwischen Köln und Bonn bezieht der WM-Debütant aus Westafrika Quartier.

HB NIEDERKASSEL. Eine besondere Freude: Mit Didier Drogba vom FC Chelsea kommt einer der weltbesten Stürmer in die rheinische Provinz. Für einen freundlichen Empfang ist gesorgt: "Wir wollen unseren kleinen Teil zur Völkerverständigung beitragen. Mit bescheidenen Mitteln, aber immerhin", sagt Karl-Peter Ochs, Sprecher einer kleinen Bürgerinitiative. Er hat zwei Spruchbänder in den Landesfarben Orange, Weiß und Grün bestellt, die über die einzige Hauptstraße gespannt werden sollen: "Die Elfenbeinküste liegt am Rhein" wird darauf zu lesen sein. Außerdem sollen die Uckendorfer Jugendmannschaften Spalier stehen, wenn der Bus mit den Westafrikanern zum ersten Mal durch den Ort fährt. Sogar im Kindergarten ist eine afrikanische Woche geplant - das Fußballfieber soll auch die Kleinsten erfassen.

Drogba & Co werden im Vier-Sterne-Hotel Clostermanns Hof untergebracht - einem denkmalgeschützten, aber aufwendig restaurierten Gutshaus mitten im Grünen. Vor dem Hotel will die die Bürgerinitiative ein acht mal zwei Meter großes Blumenbeet anlegen - in den Landesfarben, versteht sich. Bis in die 80er Jahre wurde auf dem Clostermanns Hof Landwirtschaft betrieben. Jetzt warten 66 Zimmer, 11 Tagungsräume, zwei Restaurants, ein Biergarten und ein 18-Loch-Golfplatz auf die "Elefanten", wie die Mannschaft der Elfenbeinküste genannt wird. Wie international üblich, werden die Spieler in Doppelzimmern wohnen. Die Suiten sind den Funktionären vorbehalten, der Rest des Hotels ist aus Sicherheitsgründen gesperrt.

"Die werden sich hier vor allem erholen, essen und schlafen." So fasst Hotelier Emil Seidel das Programm zusammen, das die Kicker von der Elfenbeinküste in seinem Haus erwartet. Geschäftsreisen haben den Manager bis an die Elfenbeinküste geführt, so dass er sich selbst ein Bild von den gewaltigen Problemen des Landes machen. "Inzwischen weiß ja die ganze Welt, was die Menschen dort hinter sich haben", sagt Seidel. Gerade wegen dieses negativen Bildes sei der Auftritt der Elfenbeinküste so wichtig: "Wenn das Team bei der WM begeistert, kann das ein großer Image-Gewinn für das arme Land sein."

Zum Training wird das Team um den französischen Trainer Henry Michel ins benachbarte Troisdorf fahren. Die Leichtathleten, die im dortigen Aggerstadion sonst ihre Runden drehen, schwärmen von dem besonders leistungsfördernden Mikroklima: Die klare, sauerstoffreiche Luft, so heißt es, sei für Ausdauersportler besonders günstig.

Bisher hat die Delegation aus Westafrika ihr Quartier nur bis zum Ende der Vorrunde gebucht. Da gleich zu Beginn die Turnierfavoriten aus Argentinien und den Niederlanden warten, sind die Offiziellen vorsichtig. "Aber vielleicht kommt ja nach der Vorrunde noch ein zweites Team nach Uckendorf", orakelt Hotelier Emil Seidel. Dass es sich dabei um den Mit-Favoriten Frankreich handeln könnte, pfeifen die Uckendorfer Spatzen von den Dächern.

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