WM-Rekordtorjäger, Platz 16: Karl-Heinz Rummenigge
Von „Cognac-Kalle“ zum „Hans Dampf in allen Gassen“

1974 wechselte Karl-Heinz Rummenigge für 17 500 Mark von Borussia Lippstadt zum FC Bayern. Angesichts der dort spielenden Weltstars ein "Harakiri-Unternehmen".

HB DÜSSELDORF. Bei Karl-Heinz Rummenigge halfen oft nur die rustikalen Methoden. Vor dem Landesmeisterfinale 1976 bekam der übernervöse Bayern-Jungstar von Trainer Dettmar Cramer einen Cognac verabreicht. Er spielte, so wurde berichtet, "wie aufgedreht" und München besiegte den AS St. Etienne mit 1:0.

Am 25. September 1955 wurde Rummenigge in Lippstadt geboren, nahm bei der dortigen Borussia bereits im Alter von acht Jahren seinen angestammten Platz im Sturm ein. 1974 brach er seine Lehre als Bankkaufmann ab und wechselte für ganze 17 500 Mark zu Bayern München. Angesichts der damaligen Bayern-Besetzung mit Weltstars wie Beckenbauer, Müller und Maier sprach Rummenigge später über diesen Schritt als "Harakiri-Unternehmen".

Doch gleich in seinem ersten Jahr bestritt der Jungspund 21 Meisterschaftsspiele und erzielte fünf Tore. In der folgenden Saison hatte er seinen Stammplatz sicher, holte sich 1976 mit dem Europapokal der Landesmeister seinen ersten Titel. Im gleichen Jahr berief Bundestrainer Helmut Schön Rummenigge, der fortan nur "Kalle" genannt wurde, zum ersten Mal in die Nationalelf. Beim 2:0-Sieg über Wales im Oktober bestritt der damals 21-Jährige das erste seiner insgesamt 95 Länderspiele (45 Tore). Die für Deutschland insgesamt enttäuschende WM 1978 in Argentinien bedeutete für Rummenigge, der im Turnierverlauf drei Mal traf, den internationalen Durchbruch.

1980 war er der überragende Spieler beim deutschen EM-Triumph, sicherte sich zudem 1980 und 1981 den deutschen Meistertitel, die Torjägerkrone der Bundesliga und die Auszeichnung als Europas Fußballer des Jahres.

Bei der WM 1982 blieb Rummenigge der große Wurf verwehrt. Zwar schoss er fünf Tore (drei davon beim 4:1 gegen Chile), doch ab der Zwischenrunde schleppte er sich angeschlagen durch das Turnier und konnte nicht verhindern, dass es im Finale gegen Italien eine herbe 1:3-Niederlage setzte.

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