WM-Skandal 2006
DFB könnte Beckenbauer verklagen

Der DFB hält sich in der Affäre um die WM 2006 Schadenersatzforderungen offen. Bald könnte klar sein, wer die dubiose Zahlung von 6,7 Millionen Euro an den Fußball-Weltverband verantwortet. Im Fokus: Erneut der Kaiser.

BerlinDer Deutsche Fußball-Bund beugt in der Sommermärchen-Affäre vor und sichert den Anspruch auf möglichen Schadensersatz in Millionenhöhe. „Wir haben uns entschlossen, den möglichst geräuschlosen und unaufgeregten Weg zu beschreiten und haben diese Anträge eingereicht“, sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch der „Sportschau“. Das Interview wurde am Sonntag auch auf der Homepage des DFB veröffentlicht.

Es seien Güteanträge bei der Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle in Hamburg eingereicht worden, hatte der DFB mitgeteilt. Damit solle „eine etwaige Verjährung von Ansprüchen des gemeinnützigen Verbandes“ verhindert werden. Zuvor hatten die „Süddeutsche Zeitung“ (Wochenendausgabe), NDR und WDR darüber berichtet.

„Es sind Güteanträge, daraus kann man schon ersehen, dass es unsere Intention ist, jetzt nicht öffentlich gegen einzelne Personen vorzugehen“, sagte Koch weiter. Der DFB sei eine gemeinnützige Organisation, ein eingetragener Verein. Deshalb seien Vizepräsident Reinhard Rauball und er in der Pflicht, mögliche Ansprüche durchzusetzen.

Laut „SZ“ wurden die Anträge Ende 2015 abgegeben. Diese richten sich gegen den früheren Organisationskomitee-Chef Beckenbauer, die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach, Ex-DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, den weiteren früheren OK-Vize Fedor Radmann, den Testamentsvollstrecker von Robert Louis-Dreyfus sowie die FIFA. „Mit der Wahrung seiner Interessen“ beauftragte der DFB die Berliner Kanzlei Giesen Heidbrink.

Im Zentrum der Sommermärchen-Affäre steht eine ungeklärte Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro, die der frühere Adidas-Chef Louis-Dreyfus zunächst im Auftrag der deutschen WM-Macher an die FIFA geleistet hat und die dann kurz vor der WM falsch deklariert an den Franzosen zurückgezahlt wurde.

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Keine öffentliche Schlammschlacht

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