ZDF und Sky
Das dicke Geschäft mit dem Finale

Zwei Gewinner stehen schon vor dem Finale fest: Sky und ZDF betreiben immensen Aufwand, kassieren aber gut. Doch während der eine Sender die hohen Ausgaben rechtfertigen muss, steht der andere unter Kostendruck.
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DüsseldorfWenn es um das deutsche Finale von Wembley geht, sprechen nicht nur Spieler, Funktionäre und Sportmoderatoren gern und oft von Rekorden, von Einmaligkeit und Geschichte, die am Samstag geschrieben werden soll. Auch bei den beiden übertragenden Sendern – dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) und dem Bezahlsender Sky – ist derzeit häufig die Rede von Zuwächsen, Programmausdehnung und positiven Effekten, wenn es um das Finale der europäischen Königsklasse geht, bei dem erstmalig am Samstag, 25. Mai, mit dem FC Bayern München und Borussia Dortmund in London zwei deutsche Teams aufeinandertreffen. Beide Sender wollen von dieser sportlichen Ausnahmesituation profitieren.

Es hagelte aber bereits Fernsehrekorde lange bevor feststand, dass es ein deutsches Finale geben würde: Das Halbfinalrückspiel der Münchener sahen 15,91 Millionen Zuschauern (Marktanteil 46,2 Prozent), in Deutschland so viele wie noch nie zuvor ein Spiel der letzten Vier in der Champions League. Zum Vergleich: Das Finale zwischen dem FC Bayern und dem FC Chelsea schalteten 2012 bei Sat.1 inklusive Verlängerung und Elfmeterschießen 16,77 Millionen Fans ein. Diese Marke wird vermutlich am Samstag getoppt werden. Ähnlich ambitioniert ist auch das Ziel des ZDF-Sportchefs Dieter Gruschwitz: „Die Zwei sollte vorn stehen“, sagte er Handelsblatt Online.

Auch der Bezahlsender Sky ist durch die Champions League derzeit im Quotenhimmel: Das 4:0 der Bayern im Hinspiel gegen den FC Barcelona, das nicht im Free-TV lief, sahen 1,54 Millionen Zuschauer – ebenfalls ein Rekord für den Abonnenten-Sender, bei dem die reine Einschaltquote aber naturgemäß noch bedingter aussagekräftig über den Erfolg eines Programms ist als bei den frei empfangbaren Kanälen. „Die Reichweite ist bei uns nicht so entscheidend – da kommen wir auch nicht an das ZDF heran“, sagt Sky Media Network-Geschäftsführer Martin Michel.

Laut der offiziellen Messungen der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) hatte Sky bei den vier Halbfinals insgesamt 4,7 Millionen Zuschauer in den Abonnentenhaushalten. 2,56 Millionen – das haben Befragungen des Instituts Enigma/GfK ergeben – kamen dazu, die in Bars die Spiele schauten, aber bei der klassischen Quotenmessung nicht berücksichtigt werden. „Sollte dann am Samstag auch noch schönes Wetter sein, werden die meisten sicherlich nicht allein zu Hause schauen“, sagt Michel.

Die Abonnementgebühren für Gastwirte werden vor dem Finale zwar nicht erhöht, auf Dauer will Sky das aber nicht ausschließen: Nach der Saison werde man „dort Anpassungen vornehmen, wo es angebracht ist“, sagt Michel. Die Preise für diese Abo-Kunden („Sky-Bars“) würden aber trotz der Resonanz vor dem Finale nicht angehoben. Genaue Zahlen zur vermutlich gestiegenen Nachfrage nach Abos will der Sender erst im August bekanntgeben. „Diese Champions League-Saison wird aber hoffentlich einen positiven Effekt auf unsere Zahlen haben", sagt Michel.

Damit sich die Höhenflüge von ZDF und Sky auch im Finale fortsetzen, betreiben beide Sender im Vorfeld einen enormen Aufwand.

Kommentare zu " ZDF und Sky: Das dicke Geschäft mit dem Finale"

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  • "Zudem räumt das ZDF ein, dass sich Kosten für die Champions League nicht refinanzieren würden."

    Naja, das spielt für einen staatlichen Sender ja keine Rolle. Die taubstumme Oma von nebenan bezahlt ja schließlich dafür.
    Wenn die Sender wirklich mal nur nach Quoten gehen würden, könnten Sie wahrscheinlich den Großteil ihrer Programme rausschmeißen und mit Dauerwerbesendungen füllen. Komisch, dass das bisher noch nicht umgesetzt wurde..

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