Motorsport
Briatore fordert Formel-1-Kollegen zur Geduld auf

In der Diskussion um neue Formel-1-Regeln hat Flavio Briatore die anderen Rennställe zur Geduld aufgefordert. "Ich glaube nicht, dass die Teams schon so weit sind, eine Lösung zu präsentieren", sagte der Renault-Chef.

Kurz vor dem Großen Preis von Deutschland in Hockenheim hat Renault-Teamchef Flavio Briatore seine Formel-1-Kollegen in der Diskussion um weitere Regeländerungen zur Geduld aufgefordert. "Ich glaube nicht, dass die Teams schon so weit sind, eine Lösung zu präsentieren. Wir müssen uns Zeit lassen", sagte Briatore in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Der Italiener hofft auf eine schnelle Einigung und sucht nicht die Konfrontation mit der obersten Motorsportbehörde. Briatore: "Wir werden mit der FIA zusammenarbeiten. Die Formel 1 ist nicht mehr Rennsport, es ist ein Riesengeschäft."

Briatore will kein Ecclestone-Nachfolger werden

Allerdings machte der Renault-Boss auch deutlich, dass er unter anderem eine Änderung der Aerodynamik für notwendig hält. "Damit das Überholen leichter fällt. Von Jahr zu Jahr werden die Autos kleiner, wir schaffen es kaum noch, Werbeaufkleber unterzukriegen", meinte Briatore, der keine Ambitionen auf die Nachfolge von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat: "Für mich ist es kein Ziel, hier der große Chef zu sein."

Die FIA hat ihre Wünsche für das ab 2008 in Kraft tretende neue Reglement vorgelegt. Präsident Max Mosley will die Kosten reduzieren und die Sicherheit mit Hilfe von einheitlichem Matierial erhöhen. Geplant ist unter anderem, den Abtrieb der Boliden erheblich zu verringern und die Testfahrten auf 30 000 Kilometer pro Jahr zu beschränken.

Formel-1-Teams gesprächsbereit

Die Teams sind gesprächsbereit, wollen aber nicht an Einfluss verlieren. "Jeder hat das Ziel einer besseren Formel 1", bekräftigte Mclaren-Teamchef Ron Dennis, verdeutlichte allerdings gleichzeitig auch die Position der Rennställe: "Wir sind diejenigen, die die wirtschaftliche Last tragen. Deshalb glauben wir, dass wir auch an dem Entscheidungsprozess beteiligt sein sollten."

Während sieben Teams sowie die Hersteller Mercedes, BMW, Honda, Toyota und Renault derzeit eigene Vorschläge zusammenstellen, haben die drei Rennställe Ferrari, Red Bull und Jordan dem "Concorde Agreement" bereits zugestimmt. Einige Hersteller hatten in der Vergangenheit mit der Einführung einer eigenen Rennserie gedroht.

Auch die Formel-1-Fahrer fordern von der FIA höhere Sicherheitsstandards bei Testfahrten. Nachdem Mosley am Rande des Rennens in Silverstone ein Treffen mit der Fahrergewerkschaft Gpda abgesagt hatte, soll das Meeting am 1. August in Südfrankreich nachgeholt werden.

Fahrerstreik kein Thema mehr

Eine Streikdrohung, die Red-Bull-Pilot David Coulthard in seiner Funktion als Vorsitzender der Gpda ausgesprochen hatte, ist aber inzwischen kein Thema mehr. "Ich denke nicht, dass die Gefahr eines Streiks besteht", relativierte der Schotte in Hockenheim. In der vergangenen Woche hatte er als Reaktion auf die Reifen-Affäre von Indianapolis aus Sicherheitsbedenken sogar einen Fahrerstreik nicht ausgeschlossen.

© SID

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