Motorsport
Ecclestone lobt Michelin-Reaktion

Bernie Ecclestone hat die Reaktion des Reifenherstellers Michelin im Zusammenhang mit dem Rennen in Indianapolis gelobt. "Der Weg, wie mit dieser Angelegenheit umgegangen wurde, war sehr gut", so der Formel-1-Boss.

Rückendeckung für die sieben vom Automobil-Weltverband FIA beschuldigten Teams im Streit um die Verantwortung für das Sechs-Auto-Rennen von Indianapolis. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone persönlich hat sich auf die Seite der Rennställe und damit gegen FIA-Präsident Max Mosley gestellt. "Am Ende gab es für die Teams keine andere Option", sagte der 74 Jahre alte Brite und lobte zudem, wie Reifenhersteller Michelin die Schuld für das Indy-Fiasko auf sich genommen hat.

Lob für Michelin-Reaktion

"Der Weg, wie mit dieser Angelegenheit umgegangen wurde, besonders von Michelin, war sehr gut. Sie haben sich wie Männer hingestellt und gesagt: Wir haben einen Fehler gemacht und sind bereit, dafür gerade zu stehen", sagte Ecclestone. Die Franzosen hatten Reifen mit nach Indianapolis gebracht, die den Belastungen durch den neuen und zudem noch mit scharfkantigen Längsrillen versehenen Asphalt in der Steilkurve nicht gewachsen waren.

Weil die als Notlösung von Michelin vorgeschlagene Schikane von Mosley abgelehnt worden war, hatten sie den von ihnen ausgerüsteten Teams Renault, Mclaren-Mercedes, BMW-Williams, Toyota, Red Bull, Sauber und BAR-Honda aus Sicherheitsgründen keine Startfreigabe erteilt. Inzwischen hat Michelin angeboten, den mehr als 110 000 Fans das Eintrittsgeld zurückzuerstatten und zusätzlich 20 000 Freikarten für 2006 zu spendieren.

Obwohl die Michelin-Empfehlung zu einem Rennen mit der Negativ-Rekordzahl von nur sechs Startern und zu zahlreichen Schadensersatzforderungen geführt hat, steht Ecclestone auch im Nachhinein zu dieser Entscheidung. "Wir hätten sonst leicht jemanden verlieren können", meinte "Big Bernie" und fand selbst in dem Skandalrennen noch einen positiven Aspekt.

Mehr Aufmerksamkeit in den USA als zuvor

"Es war sehr schade für die Formel 1. Aber überall gibt es etwas Gutes, und das Gute an dieser Angelegenheit ist, dass wir mehr Aufmerksamkeit in Amerika bekommen haben als mit fünf Rennen zuvor", erklärte der Brite. Rennabsagen aus Sicherheitgründen seien für die Fans in den USA nichts Ungewöhnliches: "So etwas passiert schon mal in Amerika. Es regnet, und ein Rennen wird abgesagt. Eine oder zwei Wochen später trifft man sich wieder. Wir konnten aber nicht so lange bleiben."

Theissen nicht überrascht

Dass sich Ecclestone, der bei den Diskussionen um die Zukunft der Formel 1 ab 2008 auf der Seite von Mosley und Ferrari und nicht auf der der Hersteller steht, so deutlich positioniert hat, war für BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen keine große Überraschung. "Ich sehe diese Angelegenheit wie er nicht auf Personen, sondern auf Fakten bezogen", sagte Theissen, und diese Fakten seien ganz klar gewesen.

Die Teamchefs hatten in Magny-Cours erneut eindeutig erklärt, dass sie sich über die schriftliche Empfehlung von Michelin aus juristischen Gründen gar nicht hinwegsetzen konnten. Nach einem Gesetz des US-Bundesstaates Indiana hätten sie sich strafbar gemacht, selbst wenn im Rennen kein weiterer Unfall passiert wäre.

Der World Motor Sport Council der FIA hatte die Michelin-Teams am Mittwoch nach einer Anhörung in Paris in zwei von fünf Punkten schuldig gesprochen, die Entscheidung über mögliche Strafen aber auf den 14. September vertagt. Sechs Teams legten sofort gemeinsam Protest ein, Red Bull behält sich einen Einspruch noch vor.

Ecclestone ist zwar auch Mitglied des 26-köpfigen World Council, hatte an der Abstimmung aber wie Ferrari-Teamchef Jean Todt und der Inder Nazir Hoosein, der in Indy Rennkommissar war, wegen möglicher Befangenheit nicht teilgenommen.

© SID

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