Motorsport
Fernando Alonso steht vor historischem WM-Titel

Beim Großen Preis von Brasilien am Sonntag in Sao Paulo steht der spanische Formel-1-Pilot Fernando Alonso vor der Kür zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Mercedes hat die Konstrukteurs-WM im Visier.

Der spanische Formel-1-Pilot Fernando Alonso hat vor dem Großen Preis von Brasilien sein Heimatland in Euphorie versetzt. In Sao Paulo steht Alonso am Sonntag (19.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) unmittelbar vor der Krönung zum mit 24 Jahren, einem Monat und 27 Tagen jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten.

Während sich der entthronte Champion Michael Schumacher beim Endkampf um seine Nachfolge erneut nur in der Statistenrolle sieht, und sich Mclaren-Mercedes mit Alonsos einzig verbliebenem Rivalen Kimi Räikkönen (Finnland) eher auf die Konstrukteurs-WM konzentriert, scheint der Weg für Alonso frei. "Ich glaube zwar, dass Kimi das Potenzial hat, die letzten drei Rennen zu gewinnen. Aber das spielt für mich ja keine Rolle. Ich brauche nur noch maximal sechs Punkte", gibt sich der Renault-Pilot cool und zuversichtlich.

Platz drei reicht Alonso zum Titel

Bei einem komfortablen Vorsprung von 25 Punkten auf Räikkönen (111:86) würde Alonso Platz drei zum vorzeitigen Titel reichen - und in 16 Rennen stand "Fernando I" 13-mal auf dem Podest. Sollte Räikkönen nicht über Rang fünf hinauskommen, wäre Alonso auf jeden Fall der neue Champion und würde Rekordhalter Emerson Fittipaldi, der 1972 mit 25 Jahren und acht Monaten die WM gewann, ausgerechnet in dessen Heimatland Brasilien ablösen. "Alle Vorteile liegen bei uns", meinte Renault-Teamchef Flavio Briatore optimistisch.

In Alonsos Geburtsstadt Oviedo ist schon alles für die große WM-Party vorbereitet. Sowohl im Theater als auch im Zentrum der 200 000-Einwohner-Stadt sind Großbild-Leinwände aufgestellt. Der Cidre wurde kistenweise vorbestellt. Selbst in Oviedos Partnerstadt Bochum drücken viele Formel-1-Fans dem Spanier die Daumen.

Norbert Haug hat keine Hoffnung mehr

Mercedes-Sportchef Norbert Haug glaubt hingegen nicht mehr an ein Wunder der "Silberpfeile". "Es ist sehr schwierig, den Rückstand aufzuholen", erklärte Haug und hat bei sechs Zählern hinter Renault (146:152) eher noch die Konstrukteurs-WM im Visier: "Dieser Titel ist für das Team ebenfalls sehr wertvoll." Mit Platz eins würde der britisch-deutsche Rennstall rund drei Mill. Dollar mehr in die Kasse einfahren.

Michael Schumacher, der bei seinem ersten WM-Titel im Benetton unter Briatore 25 Jahre alt war, sieht sich auf dem Linkskurs von Interlagos unterdessen erneut nur als Außenseiter. "Ich wüsste nicht, warum sich unsere Situation plötzlich stark geändert haben sollte. Ich bin Realist, so einfach ist das", erklärte der Rekordweltmeister auf seiner Homepage. Dem 36 Jahre alten Kerpener droht bei nur noch fünf Punkten Vorsprung auf den Kolumbianer Juan Pablo Montoya im Mclaren-Mercedes sogar der Verlust von Rang drei in der Fahrer-Wertung. Schumacher hat mit Ferrari vielmehr schon die kommende Saison im Hinterkopf: "Es geht nicht darum, jetzt irgendwelche Dinge kurzfristig verändern zu wollen. Wir müssen langfristiger denken", fordert Schumi. Sein Ziel ist klar: 2006 will sich Schumacher mit der Scuderia - möglicherweise als krönender Abschluss seiner Karriere - den Titel zurückerobern.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%