Motorsport
Ferrari will Massa für Barrichello holen

Ferrari-Pilot Rubens Barrichello steht offenbar vor einem Wechsel zu BAR-Honda. Als neuer Teamkollege von Michael Schumacher soll der Brasilianer Felipe Massa vom Sauber-Team verpflichtet werden.

Offenbar muss sich Michael Schumacher auf einen neuen Teamkollegen bei Ferrari einstellen. Sein bisheriger Partner Rubens Barrichello (Brasilien) steht nach sechs gemeinsamen Jahren angeblich vor einem Wechsel zu BAR-Honda. Und als Nachfolger steht Barrichellos Landsmann Felipe Massa vom Schweizer Sauber-Team bereit.

Das soll Formel-1-Boss Bernie Ecclestone höchstpersönlich vor dem Großen Preis von Ungarn bestätigt haben. Barrichello habe einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben, hieß es in Budapest. Der fliegende Fahrertausch bei Ferrari soll schon am Mittwoch offiziell verkündet werden, meldeten brasilianische Medien.

Weber: "Rubens war immer loyal"

"Rubens war immer loyal und hat nie Politik gemacht, es gab immer Harmonie - eine enge Beziehung zwischen Michael und ihm gab es aber nicht, denn in der Formel 1 gibt es keine Freundschaften", sagte Schumachers Manager Willi Weber am Sonntag dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Schumachers "Wasserträger" Barrichello müsste bei BAR-Honda aber finanzielle Abstriche machen. Bei Ferrari ist er mit einer Jahresgage von zehn Mill. Euro, von Spöttern auch schon mal als "Schmerzensgeld" bezeichnet, die Nummer drei der Geldrangliste hinter den Schumacher-Brüdern Michael (35 Millionen) und Ralf (14 Mill. bei Toyota).

Piquet soll Barrichello-Wechsel "verraten" haben

Zuvor hatte schon der dreimalige Weltmeister Nelson Piquet der brasilianischen Tageszeitung "Estado de Sao Paulo" den Wechsel Barrichellos zum britisch-japanischen Rennstall verraten. Der 33-jährige Barrichello, der bei Ferrari noch einen Vertrag bis 2006 besitzt, saß vor seinem Wechsel zur Scuderia vor sechs Jahren bereits in den Cockpits von Jordan (1993 bis 1996) und Stewart (1997 bis 1999) und holte mit den "Roten" zwei Vize-Weltmeistertitel (2002 und 2004). "Rubens hat einen guten Job bei Ferrari gemacht. Vielleicht ist es an der Zeit zu wechseln", kommentierte Mercedes-Sportchef Norbert Haug die Personalie.

Nachfolger Massa gilt als großes Talent. In diesem Jahr hat der Brasilianer keinen Geringeren als Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve (Kanada) bei Sauber fest im Griff. Der 24-jährige war 2003 bereits Testfahrer beim Konstrukteurs-Weltmeister und soll langfristig als neuer Schumacher aufgebaut werden. Der Vertrag des siebenmaligen Weltmeisters läuft 2006 aus, ursprünglich für Juli dieses Jahres geplante Verhandlungen hat Manager Willi Weber erstmal auf 2006 verschoben.

Fans verspotten Barrichello

Nicht nur bei Ferrari, sondern auch bei seinen rennverrückten Landsleuten hat Barrichello einen schweren Stand. Sein Freund und Mentor, der 1994 tödlich verunglückte dreimalige Champion Ayrton Senna, wurde vergöttert, "Rubinho" dagegen oft verspottet - als Marionette und Hampelmann von Michael Schumacher. "Wenn er gegen Schumacher beim Laufen antreten müsste, würde er sich wahrscheinlich prompt den Fuß brechen", spottete einst die große Tageszeitung "Folha de Sao Paulo".

Zu oft hat Barrichello seit seinem Wechsel zu Ferrari im Jahr 2000 gesagt, er könne Schumacher schlagen und Weltmeister werden. Jedesmal aber war der Deutsche in den entscheidenden Situationen besser, meist aus eigener Kraft, aber auch schon mal dank der Teamorder. In den letzten fünf Jahren hieß der Weltmeister nie Barrichello, sondern immer Schumacher. "Seit ich im Team bin, hat Ferrari alle Titel gewonnen. Vielleicht liegt das ja auch ein bisschen an mir", meinte der Brasilianer trotzig.

Barrichellos WM-Pläne platzten

Auch vor dieser Saison hatte Barrichello seinen Traum wieder mal neu formuliert: "Ich will bei Ferrari gegen Michael Weltmeister werden. Ich greife wieder an und höre erst auf, wenn ich erkenne, dass Michael besser ist als ich. Bisher ist das nicht der Fall."

Die Realität ist dem Brasilianer einmal mehr brutal vor Augen geführt worden. Obwohl Schumacher in diesem Jahr keine Chance im Kampf um den WM-Titel hat, konnte "Rubinho" nicht in die Bresche springen. Mit 31 Punkten belegt er in der WM-Wertung nur Rang fünf. In 211 Formel-1-Rennen feierte er bislang nur neun Siege - zu wenig für einen, der Weltmeister werden will.

© SID

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