Formel 1
Vettel in einer anderen Liga - Alonso früh raus

Weltmeister Sebastian Vettel ist beim Großen Preis von Japan der Konkurrenz auf und davon gefahren und hat in Suzuka einen nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg gefeiert.
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SuzukaWeltmeister Sebastian Vettel ist beim Großen Preis von Japan der Konkurrenz auf und davon gefahren und hat in Suzuka einen nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg gefeiert. Der Formel-1-Champion bestimmte das Geschehen auf dem 5,807 km langen Kurs nach Belieben und bejubelte seinen zweiten Triumph in Serie - sowie seinen dritten in dieser Saison. Zudem verkürzte der Red-Bull-Pilot im Kampf um die Titelverteidigung seinen Rückstand auf den WM-Führenden Fernando Alonso fünf Rennen vor dem Saisonende auf nur noch vier Zähler. Der Ferrari-Pilot schied nach einem Unfall gleich zu Beginn des Rennens aus.

"Yes, baby", jubelte Vettel sofort über den Boxenfunk: "Danke Jungs für dieses tolle Auto." Frust herrschte dagegen bei Alonso. "Es ist eine Schande, wenn du noch nicht einmal über die erste Kurve hinauskommt", meinte der Spanier: "Aber es nützt nichts. Jetzt müssen wir uns wieder sammeln und uns auf nächste Woche konzentrieren - und keine Fehler mehr machen."

Der Brasilianer Felipe Massa deutete im zweiten Ferrari an, was für Alonso möglich gewesen wäre. Den dritten Rang sicherte sich unter dem Jubel der 103.000 Zuschauer Lokalmatador Kamui Kobayashi im Sauber, erstmals seit Aguri Suzuki vor 22 Jahren stand damit wieder ein Japaner beim Heimrennen auf dem Podium. Die McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton landeten auf den Plätzen vier und fünf.

Zu Beginn seiner Abschiedstournee lieferte Michael Schumacher ein unspektakuläres, aber solides Rennen ab. Der Rekordweltmeister fuhr in seinem Mercedes vom vorletzten auf den elften Rang vor und verpasste einen Punkt nur knapp. Am Donnerstag hatte der 43-Jährige seinen Rücktritt zum Saisonende angekündigt.

Vettel beeindruckte in Suzuka mit einer fehlerfreien Leistung und behielt auch in der hektischen Anfangsphase des 15. von 20 WM-Läufen kühlen Kopf. Der Weltmeister der vergangenen beiden Jahre demontierte den Rest des Feldes förmlich und schien sogar noch Reserven zu haben. Allerdings profitierte er auch vom Pech seiner Gegner.

Vettel hatte bereits nach dem Start freie Fahrt. Der Heppenheimer kam gut weg und hielt sich so aus dem Chaos hinter ihm raus. Dafür wurde Alonso gleich in der ersten Kurve von Lotus-Pilot Kimi Räikkönen von der Strecke bugsiert. Völlig frustriert stieg der Spanier aus seinem Ferrari und musste hinterher tatenlos mit ansehen wie sein Vorsprung im Kampf um den Titel zusammenschrumpfte. Ironie des Schicksals: Sekunden vor dem Start hatte die Scuderia getwittert: "In der ersten Kurve müssen wir sehr vorsichtig sein."

Auch der ohnehin nur von Rang 13 gestartete Mercedes-Pilot Nico Rosberg schied bereits nach wenigen Metern aus. Vettels Teamkollege Mark Webber musste in die Box fahren, konnte das Rennen aber fortsetzen. Ihm war Lotus-Pilot Romain Grosjean ins Heck gefahren. Dem Franzosen, der schon nach einem von ihm in Spa verursachten Massen-Crash bereits für das Rennen in Monza gesperrt war, wurde eine Stop-and-Go-Strafe aufgebrummt.

"Wieder der Grosjean", sagte Rosberg, "er hat Webber umgedreht, dann war Stau. Und dann ist mir einer reingerutscht. Ich werde wohl mal ein Wort mit ihm reden, schließlich hat er mein Rennen kaputtgemacht und das von vielen anderen auch. Ein Rennen auf diese Art und Weise in der ersten Kurve zu beenden, ist beschissen."

Nico Hülkenberg kam mit seinem Force-India auf einen guten siebten Rang und sammelte erstmals seit Spa wieder WM-Punkte. Timo Glock landete im Marussia auf Platz 16.

Von dem Chaos zu Beginn des Rennens profitierten neben Vettel besonders auch Massa und Button, die beide weit nach vorne gespült wurden. Als das Rennen nach einer kurzen Safety-Car-Phase wieder freigegeben wurde, beruhigten sich die Gemüter. Die Spitzengruppe steuerte ab der 13. Runde die Box an, Vettel holte sich auf dem für die Pneus so anspruchsvollen Kurs im 17. Umlauf neue Gummis. Nach einem blitzsauberen Stop ging es für ihn wieder als Erster vor Massa auf die Strecke zurück.

Anschließend passierte nicht mehr viel. Vettel fuhr vorneweg weiter einsam seine Runden, der Rest konnte ihm einfach nicht folgen. Und weil die Spitzengruppe mit der gleichen Strategie unterwegs war, gab es kaum noch Positionsänderungen.

In den nächsten Wochen kommt auf die Fahrer und Mechaniker in der Formel 1 viel Reisestress zu: In 49 Tagen stehen insgesamt fünf Rennen auf dem Programm. Vettel und Co. werden beinahe mehr Zeit im Flugzeug als in ihren Boliden verbringen. Am nächsten Sonntag wird in Südkorea gefahren, danach geht es über Indien und Abu Dhabi weiter nach Austin in die USA, bevor schließlich 25. November in Brasilien das große Finale steigt. "Wir reisen in der Welt herum, von einer Seite zur anderen. Das wird hart, und es wird wichtig sein, die Konzentration aufrechtzuerhalten", sagte Vettel mit Blick auf die kommenden anstrengenden Wochen.

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