Motorsport
Franzose Loeb sichert sich WM-Titel vorzeitig

Drei Rennen vor dem Ende der Rallye-Weltmeisterschaft 2006 hat sich der Franzose Sebastien Loeb den Titel gesichert. Dem Citroen-Piloten reichte bei der Rallye Japan der zweite Platz, um die Krone vorzeitig zu gewinnen.

Jubel bei Titelverteidiger Sebastien Loeb: Der Franzose hat schon im 13. von 16 Saisonläufen die Rallye-Weltmeisterschaft 2006 für sich entschieden. Loeb reichte bei der Rallye Japan um Obihiro der zweite Platz hinter dem finnischen Peugeot-Piloten Marcus Grönholm, um dem Citroen-Team erneut den WM-Titel zu bescheren. Der frühere deutsche Meister Armin Schwarz aus Oberreichenbach beendete im Skoda die Japan-Rallye auf dem zehnten Platz. Trotz der erfolgreichen Titelverteidigung steht der Franzose mit leeren Händen dar. Loeb geht als zweimaliger Champion in eine unsichere Zukunft, da sein Citroen-Team den WM-Ausstieg zum Saisonende angekündigt hat. Auch Peugeot, das wie Citroen zum französischen PSA-Konzern gehört, steigt aus der WM aus.

In Japan ließen sich die Sieger die Feststimmung nicht verderben. "Ich habe immer ein Ziel, und das heißt gewinnen. Ich habe mir viele Dinge in meinem Leben hart erarbeiten müssen", sagte der am Wochenende voll auf Sicherheit fahrende Loeb, dem auch Rang drei zum Titelgewinn gereicht hätte. Eine Option für das nächste Jahr wäre ein Start als Privatfahrer in einem Citroen.

Solbergs Defekt macht den Weg frei

Der Weg für Loeb war endgültig frei, als der führende Norweger Petter Solberg mit einem Defekt an der Aufhängung seines Subaru auf der vorletzten Wertungsprüfung ausfiel. Ein wenig profitieren vom Pech des Skandinaviers konnten auch die deutschen Piloten Antony Warmbold und Armin Schwarz. Der in Monaco beheimatete Warmbold verbesserte sich im Ford Focus auf den neunten Rang vor Skoda-Fahrer Schwarz.

Loeb hätte eigentlich schon bei der Rallye in Wales vor zwei Wochen den Titel geholt, als Peugeot nach dem tödlichen Unfall von Markko Märtins (Estland) britischem Beifahrer Michael Park auch Grönholm aus der Wertung genommen hatte. Loeb provozierte durch zu frühes Losfahren bei einer Zeitkontrolle allerdings eine Zeitstrafe, die ihn auf Rang drei hinter den neuen Sieger Solberg zurückwarf und damit der Konkurrenz noch theoretische Chancen ließ.

Loeb drückt der Saison den Stempel auf

"Super Seb" drückte der Saison eindrucksvoll seinen Stempel auf. In den 13 Läufen feierte er acht Siege, so viele wie noch nie zuvor ein Pilot in der seit 1979 gefahrenen Rallye-WM. Auch seine sechs Saisonsiege in Serie sind Rekord.

Seit seinem WM-Debüt 2000 hat der 31-Jährige 18 Rennen gewonnen und bei 67 Einsätzen insgesamt 33 Podiumsplätze erreicht. Der 1995 vom Kunstturnen zum Motorsport gekommene Loeb ist als erster Franzose zweimaliger Weltmeister und nach den Finnen Juha Kankkunen und Tommi Mäkinen sowie dem Italiener Massimo Biasion erst der vierte WM-Pilot, dem eine erfolgreiche Titelverteidigung gelang.

Kankkunen und Mäkinen sind mit je vier WM-Titeln Rekordweltmeister. Zweimal als Champion feiern lassen durften sich vor Loeb neben Biasion und Grönholm nur der 1980 und 1982 erfolgreiche Regensburger Walter Röhrl sowie der Spanier Carlos Sainz.

© SID

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