Geld durchs Web 2.0
Der Weltstar Vettel zum Anfassen

Weg von der Exklusivität, hin zur Fannähe: Bisher konnte die Formel 1 allein durch ihre starke TV-Präsenz Werbekunden anlocken. Doch den Sponsoren reicht das nicht mehr - vielen fehlt die Nähe zum Fan.
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KölnHeike Grunwald hatte ein verlockendes Ziel vor Augen: Silverstone. Ein Jahr lang sparte sie das Geld, das sie als Babysitterin verdiente. Dann war es so weit: Die damals 17-Jährige konnte die Reise buchen. Noch heute schwärmt sie vom Formel-1-Wochenende an der legendären englischen Rennstrecke.

Die Motorsport-Königsklasse ist für Grunwald zum Alltag geworden. Heute verantwortet sie beim Schweizer Rennstall Sauber die Sponsoren-Akquise. Auch um die Fans will sich das Sauber-Team besser kümmern: „Wir müssen uns wieder mehr auf sie konzentrieren“, sagt Grunwald. Sie weiß: Fannähe kann Geldgeber locken. „Einige große Marken wie Coca-Cola oder McDonald’s fehlen, weil sie den Kontakt zu den Fans vermissen.“

Mehr Offenheit für Fans: Was in Rennserien wie der DTM oder der Nascar in den USA selbstverständlich ist, fällt der Formel 1 offenbar schwer. „Es gibt eine Kultur der Heimlichkeit“, sagt Ben Pincus, Senior Vice President der auf Motorsport spezialisierten Agentur JMI in London. Noch immer sei Exklusivität das dominierende Leitbild.

Pincus warnt: Damit werde die Formel 1 Sponsoren und Fans nicht mehr gerecht. „Es geht heute mehr um Transparenz.“ Vielen Verantwortlichen fällt es jedoch schwer, sich darauf einzulassen.

Ein Motor des Wandels könnten die neuen Kommunikationstechniken sein – allen voran die sozialen Medien. „Für die Ausweitung der möglichen Beziehungen spielen sie eine Hauptrolle“, sagt Pincus. Der Motorsport fahre bei dieser Form der Interaktion weit hinterher. „Im Vergleich zum Fußball liegt er Hunderte Kilometer zurück.“

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