Michael Schumacher – ein Blick zurück
Ein Strahlemann, der viel Schatten geworfen hat

Michael Schumacher fährt am Sonntag sein letztes Formel-1-Rennen. Er in seiner Karriere viele Menschen mit nach oben gezogen. Einige sind aber auch auf der Strecke geblieben. Ein Blick in den Rückspiegel.

DÜSSELDORF. Michael Schumacher steckt mitten in der finalen Arbeitswoche als Formel-1-Pilot. Die Frage, ob er die zehn Punkte Rückstand auf Renault-Pilot Fernando Alonso am Wochenende in Brasilien doch noch aufholen und mit dem achten Weltmeistertitel abtreten kann, ist nicht die einzige, die sich im 16. Jahr seiner Grand-Prix-Karriere stellt. Der Blick fällt auch in den Rückspiegel. Kaum ein anderer Pilot hat im Laufe seiner Karriere so polarisiert wie Schumacher. Dementsprechend hat er viele Menschen mit nach oben genommen, einige sind aber auch auf der Strecke und im Schatten geblieben.

Der flotteste Dreier, den die Formel 1 kennt, gibt in dieser Form am Sonntag seinen Abschied: Die Wege der Ferrari-Blutsbrüder Jean Todt (Teamchef), Ross Brawn (Technischer Direktor) und Michael Schumacher trennen sich. Auch Willi Weber, muss sich mit dem Gedanken an den Abtritt von der großen Bühne anfreunden. Schumacher hat seinem Manager stets die Treue gehalten, allen Vorwürfen und Affären zum Trotz. Ob Weber, dessen 20-prozentige Beteiligung an den Schumi-Einnahmen zwischendrin halbiert worden ist, noch einmal eine solche Loyalität findet? Mit dem 19-jährigen Nico Hülkenberg hat er schon das nächste Jahrtausendtalent im Visier.

Im Prinzip ist auch der große Gegenspieler an diesem Wochenende, Renault-Teamchef Flavio Briatore, an Schumachers Ruhm gewachsen. Ausgezogen, mit dem Geld der Pullover-Dynastie Benetton gegen Ferrari anzutreten, fand er in Schumacher den Vollstrecker. Sofort hatte Briatore das Talent des Debütanten erkannt, lockte ihn von Jordan in den eigenen Rennstall. Zweimal wurden die beiden Weltmeister, Freunde aber nie. Dass ihn ein Angestellter bei der eigenen Party in den Pool wirft, hat Briatore nie verwunden. Nicht nur von der Eitelkeit her ähneln sich der Manager und der Rennfahrer. Beide sind auch besessene Arbeiter.

Unterschiedliche Auffassung darüber, wo der Ehrgeiz aufhört, hatten Rubens Barrichello und Schumacher. Der Brasilianer hielt es als Teamkamerad am längsten neben dem Champion aus, sechs Jahre. Allein das zeugt vom Langmut über die sportlichen Demütigungen. Barrichello ertrug die Prügel mit der Kasperklatsche stoisch, wohl wissend, dass er andernorts nie mehr so erfolgreich würde sein können. Mit dem Ego des Südamerikaners konnte er stolz behaupten: „Als ich zu Ferrari kam, begann das Team, zu gewinnen.“ Noch zählbarer für ihn aber war die Steigerung des Marktwertes. 2005 sicherte er sich mit dem Habitus des Ferrari-Piloten einen Rentenvertrag bei Honda. Damit soll er der Entlassung zuvorgekommen sein.

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