Motorsport DTM
Audi kontert Mercedes-Kritik und träumt vom Titel

Im Endpurt der DTM kommt es auch abseits der Rennstrecke zum Zweikampf zwischen Audi und Mercedes. "Wir sollten ruhig und fair bleiben", so Audi-Sportchef Ullrich vor dem heutigen achten Saisonlauf auf dem Nürburgring.

Das Verhältnis zwischen den Erzrivalen Audi und Mercedes erweist sich im Endspurt der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) als äußerst angespannt. Vor allem an der Teamorder scheiden sich vor dem achten Saisonlauf am heutigen Sonntag (15.00 Uhr) auf dem Nürburgring wieder mal die Geister.

"Die DTM war schon immer ein Mannschaftssport. Mir ist klar, dass das nicht allen Zuschauern gefällt. Aber in der DTM gibt es nichts zu verschenken", sagte Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich dem Sport-Informations-Dienst (sid). Damit reagierte der "Herr der vier Ringe" auf die Kritik aus Stuttgart an der Audi-Strategie beim letzten DTM-Rennen in Zandvoort.

"Viel ehrlicher, als es heimlich zu tun"

Stallorder ist in der DTM im Gegensatz zur Formel-1-WM nicht verboten und wird deshalb schon seit Jahren von allen Herstellern praktiziert. Laut Ullrich sei die Taktik von Zandvoort legitim gewesen. An die Adresse von Mercedes gerichtet, findet er es "gegenüber den Fans viel ehrlicher, als es heimlich zu tun".

Für Ullrich ist es höchste Zeit, dass sich Mercedes als guter Verlierer zeige: "Sie haben 2007 ja schon mehrmals gewonnen." Das Verhalten des Gegners bringt den Audi-Sportchef auf die Palme. Egal, wer letztlich der Sieger gewesen sei, in Zandvoort hätten in jedem Fall vier Audi A4 vorn gelegen, und das müsse erstmal erarbeitet werden.

Audi-Duo führt Gesamtwertung an

Hinter den Attacken stecke offenbar die Angst, dass dem Rivalen die Felle im Titelrennen immer mehr davonschwimmen, so die Vermutung in Ingolstadt. In der Tat: Bei drei ausstehenden Rennen führt ein Audi-Duo die Gesamtwertung recht deutlich an. Mattias Ekström aus Schweden liegt mit 38 Punkten vor seinem Markenkollegen Martin Tomczyk (Rosenheim/30). Schon etwas abgeschlagen folgen die beiden Mercedes-Piloten Bruno Spengler (Kanada/26) und Titelverteidiger Bernd Schneider (St. Ingbert/25,5).

"Sollten ruhig und fair bleiben"

Vor allem die Vorwürfe von Mercedes-Sportchef Norbert Haug in Zandvoort hält Ullrich für unsportlich. Der sonst eher besonnene Audi-Chef meint giftig: "Wir sollten ruhig und fair bleiben und nicht medienwirksam in Mikrofone und Kameras sprechen, um so den Erfolg des Gegners zu schmälern."

Audi hat auf dem Nürburgring rechnerisch sogar schon den ersten Matchball: Sollte es Ekström gelingen, seinen Vorsprung auf Spengler auf 21 Punkte auszubauen, wäre Mercedes schon aus dem Titelrennen. Deshalb werde seine Mannschaft in der Eifel wieder geschlossen auftreten. Ullrich: "Es gibt in der DTM-Geschichte ja kaum einen Fahrer, der ohne Hilfe seiner Markenkollegen Meister geworden ist."

Dass jetzt über ein Verbot der Teamorder diskutiert werde, kann Ullrich nicht verstehen. Selbst in der Formel 1, in der Teamorder offiziell verboten sei, arbeiteten die Fahrer eines Teams zusammen, wenn es darauf ankomme. Es gebe unendlich viele Möglichkeiten, die kaum reglementiert und überwacht werden könnten, erläuterte Ullrich und wirft dem Gegner Scheinheiligkeit vor: "Es ist wohl kein Zufall, dass unsere Freunde von Mercedes immer ein paar ihrer Vorjahresautos möglichst spät an die Box holen. Das sind dann rollende Schikanen."

© SID

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