Motorsport DTM
Kristensen siegt in Oschersleben

Audi-Pilot Tom Kristensen hat beim dritten Lauf der deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) den zweiten DTM-Sieg seiner Karriere gefeiert. Dadurch übernahm der Däne zugleich die Führung in der Gesamtwertung.

Der Däne Tom Kristensen hat beim dritten Saisonrennen der deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) auf seiner Lieblingsrennstrecke in Oschersleben im Abt-Audi A4 den zweiten Sieg seiner DTM-Karriere gefeiert und dadurch die Führung in der Gesamtwertung übernommen. "Das ist einfach fantastisch und freut mich für das ganze Team, das viel Geduld mit mir hatte", sagte der 38-Jährige, der den Erfolg im Schongang ins Ziel schaukelte: "Ich habe zum Schluss die Reifen geschont."

Kristensen zerstörte Bernd Schneiders (St. Ingbert) Hoffnungen auf den Hattrick. Der viermalige DTM-Champion, der die ersten beiden Rennen in Hockenheim und auf dem Eurospeedway Lausitz gewonnen hatte, musste sich diesmal in seiner AMG-Mercedes C-Klasse auf Position fünf klar geschlagen geben. In der DTM-Wertung fiel der ehemalige Formel-1-Pilot mit einem Rückstand von zwei Zählern auf den neuen Spitzenreiter Kristensen auf Rang zwei zurück (24:26).

Häkkinen ohne Erfolgserlebnis

Kristensen dominierte das Rennen vor 64 000 Zuschauern von der Pole Position aus und verwies die Mercedes-Piloten Bruno Spengler (Kanada) und Jamie Green (Großbritannien) nach insgesamt 44 Runden auf die Plätze zwei und drei. Vierter wurde Kristensens neuer Teamkollege Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach). Dessen ehemaliger Formel-1-Kollege Mika Häkkinen (Finnland) ging als Neunter im DTM-Silberpfeil leer aus.

Schneider war trotz seiner verlorenen Führung mit dem Ergebnis zufrieden. "Der Start war schlecht, der Boxenstopp war schlecht, da waren das deshalb besonders wichtige Punkte", meinte der gebürtige Saarländer. Sauer war "Mister DTM" zunächst auf Frentzen: "Er hat mich aufgehalten, ich war heute deutlich schneller." Das monierte auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der sich trotzdem als fairer Verlierer zeigte: "Mein Glückwunsch an Audi und Tom Kristensen." Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich freute sich darüber, dass "der Knoten endlich geplatzt ist" und lobte die "gute Teamleistung". Frentzen entschuldigte sich noch während des ARD-Interviews bei Schneider, für den "die Sache damit erledigt" war.

"Fast wie ein Heimspiel"

An Oschersleben denkt Kristensen immer gerne zurück, denn dort gelang dem Dänen am 8. August 2004 der erste DTM-Sieg. Kein Wunder, dass sich Kristensen auf dieses Rennen besonders freute. "Ich mag Oschersleben, weil die Strecke relativ nahe an Dänemark liegt. Das ist für mich fast schon ein Heimspiel", meinte der Audi-Pilot, der in den ersten beiden Rennen jeweils Zweiter geworden war.

Kristensen hatte sich schon vor dem Gastspiel in Oschersleben selbstbewusst gezeigt. "Bernd hat zweimal seinen Auftritt gehabt. Höchste Zeit, dass wir den größten Pokal mit nach Hause nehmen", tönte der Däne: "Es tut mir Leid für Bernd, aber Oschersleben ist mein Heimrennen, zu dem viele Freunde aus Dänemark kommen. Denen habe ich einen Audi-Sieg versprochen." Und der siebenmalige Le-Mans-Gewinner hielt Wort.

Audi-Neuling Frentzen, der am Donnerstag seinen 39. Geburtstag feierte, bekam dafür nachträglich von Sportchef Wolfgang Ullrich und der gesamten Audi-Mannschaft eine Torte überreicht. Der Versuch von Ex-DTM-Champion Mattias Ekström, das Gesicht seines Teamkollegen in den Kuchen zu drücken, schlug fehl - "HHF" wehrte sich erfolgreich gegen die Attacke des Schweden.

Sturm über Oschersleben

"Ich will hier auf dem Siegerpodest stehen", hatte Frentzen vor dem Rennen zuversichtlich gesagt. Mit Startplatz fünf, seinem bisher besten Trainingsergebnis für Audi, hatte sich der Mönchengladbacher eine gute Ausgangsposition geschaffen, am Ende reichte es nicht ganz. Der ehemalige Formel-1-Pilot hatte bei seinem Audi-Debüt in Hockenheim als Dritter den Sprung auf das Siegertreppchen geschafft, er enttäuschte allerdings zuletzt mit einem 13. Platz in der Lausitz.

Hektik und große Aufregung herrschte am Vorabend des Rennens. Ein heftiger Sturm, der über Oschersleben hinwegfegte, zerstörte auch einen Teil der Mercedes-Hospitality, die anschließend aus Sicherheitsgründen geräumt werden musste.

Das nächste DTM-Rennen findet wegen der Fußball-WM erst am 2. Juli auf der Traditionsrennstrecke in Brands Hatch/England statt.

© SID

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