Motorsport DTM
Schneider fährt in Barcelona auf Rang zwei

Bernd Schneider ist beim DTM-Rennen in Barcelona der Sprung auf das Siegerpodest geglückt. Der Saarländer kam hinter Überraschungssieger Martin Tomczyk ins Ziel und hat nun beste Chancen auf den Gewinn des WM-Titels.

Mit einem zweiten Platz hat Bernd Schneider aus St. Ingbert einen großen Schritt zu seinem fünften Titel bei den Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) gemacht. Der Mercedes-Pilot hat nach acht von zehn WM-Läufen 18 Zähler Vorsprung vor Audi-Pilot Tom Kristensen aus Dänemark, der als Neunter nicht in die Punkteränge kam. Damit fehlen Schneider nur noch drei Zähler zum Titelgewinn.

"Das war ein Rennen der Nerven. Kristensen wusste, dass er nur noch eine Chance hat, wenn er hier vor mir liegt. Deshalb ging es auch so hart zur Sache", meinte der 42-jährige Schneider, der bei einem Ausrutscher in ein Kiesbett kurz vor Schluss für entsetzte Gesichter in der Mercedes-Box sorgte. Doch mit Glück und Geschick rettete der Routinier diese brenzlige Situation.

Tomczyk Held des Tages

Mann des Wochenendes war allerdings Audi-Pilot Martin Tomczyk (Rosenheim), der vor 42 000 Zuschauern am gesamten Wochenende erst auf die Pole Position raste und sich dann in seinem 57. DTM-Rennen den ersten Sieg sicherte. Der Sohn von Adac-Sportpräsident Hermann Tomczyk, der dem Filius stolz auch den Siegerpokal überreichte, blieb in dem hitzigen Rennen cool und feierte mit einem Vorsprung von 2,8 Sekunden auf Schneider seine ganz persönliche spanische Fiesta. "Das ist fantastisch, unglaublich. Das Rennen war verdammt hart, ich hatte zum Schluss auch noch große Bremsprobleme", sagte der 24-Jährige überglücklich.

Auf Rang drei landete Tomczyks Teamkollege Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) vor Mattias Ekström (Schweden) in einem weiteren Audi. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen (Finnland), der in der Formel-1-WM im Mercedes-Silberpfeil einst drei Siege in Folge auf dem Circuit de Catalunya errang, ging auf Platz elf leer aus.

Mit hängendem Kopf schlich Schneiders Rivale Kristensen durchs Fahrerlager. "Ich bin sehr enttäuscht, das war das schlimmste Rennen, das ich in der DTM bisher erlebt habe. Es tut mir sehr Leid für Audi", meinte der siebenmalige Le-Mans-Gewinner. Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich wollte die Flinte nicht ins Korn werfen und übte sich in Durchhalteparolen: "Solange rechnerisch noch etwas möglich ist, solange ist es auch noch nicht vorbei."

Abt löst Massenkollision aus

Nach drei Tagen Dauerregen zeigte sich pünktlich zum Rennstart die Sonne. Ein Audi-Trio, das schon im Qualifying dominiert hatte, behauptete die Spitze. Martin Tomczyk (Rosenheim), der zum vierten Mal in seiner DTM-Karriere auf der Pole Position stand, führte vor Heinz-Harald Frentzen und Kristensen. Dahinter folgte in Schneider der erste Mercedes-Pilot.

Nach einer Massenkollision, ausgelöst durch Audi-Pilot Christian Abt (Kempten), musste nach nur einer Runde das Safety Car auf die Strecke. "Ich weiß auch nicht, wie das passiert ist. Aber natürlich ist es schlecht, dass schon drei unserer Autos komplett raus sind", sagte Ullrich mit einem Kopfschütteln. Bei der spektakulär aussehenden Karambolage blieb es glücklicherweise lediglich bei Blechschäden, Fahrer wurden nicht verletzt.

Nach dem Neustart überholte Schneider seinen Rivalen Kristensen und setzte sich an die dritte Stelle. Vor ihm fuhr Frentzen zunächst Kampflinie, doch dann unterlief "HHF" einmal mehr ein Fahrfehler - und Schneider war vorbei. Der Saarländer hatte allerdings mit einer deutlichen Audi-Übermacht zu kämpfen, vor ihm fuhr Tomczyk, hinter ihm lagen zu diesem Zeitpunkt vier weitere Autos aus Ingolstadt. Nachdem allerdings alle Boxenstopps absolviert waren, diktierten Tomczyk und Schneider das Tempo - an der Reihenfolge änderte sich allerdings nichts mehr.

© SID

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